Cocktailparty: So gelingt sie perfekt

Eine Cocktailparty ist eine tolle Gelegenheit, eine gute Zeit mit Freunden zu verbringen, Gäste zu empfangen oder besondere Anlässe, zum Beispiel eine Hochzeit, zu feiern. Darüber hinaus ist eine gelungene Feier ideal, um geschäftliche oder freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. Damit auch Ihr Empfang zum Event des Jahres wird, haben wir für Sie zusammengestellt, was eine gute Cocktailparty ausmacht. Wir gehen auf den Dress Code ein, der einst gepflegt wurde, und geben Tipps für einen reibungslosen Ablauf. Dann kommen wir schon mal auf ein paar Empfehlungen zu sprechen.

Einen großen Teil widmen wir der äußerst interessanten Geschichte der ersten Cocktailpartys. Ein paar Fakten über Mixer – so nennt man Cocktailpartys mit sozialem oder geschäftlichem Zweck im englischsprachigen Raum – sind ohnehin die perfekten Eisbrecher. Glücklicherweise weiß man heute sogar, welche Drinks es bei der ersten Cocktailparty gab. Was uns besonders freut: Für einen Großteil davon haben wir Videoanleitungen. Bleiben Sie deshalb unbedingt bis ganz zum Schluss dran. Denn selbstverständlich dürfen einige Rezeptideen für Drinks sowie ein paar Tipps für leckere Häppchen nicht fehlen. Wenn Sie die übrigen Hinweise auch noch befolgen, werden Ihre Gäste noch nach Jahren von diesem Abend schwärmen.



Allgemeines

Die Cocktailparty gibt es mindestens seit dem frühen 20. Jahrhundert. Auch wenn die Prohibition es den Veranstaltenden schwer machte, reichte das Interesse, um auch diese schwierigen Jahre zu überstehen. Die glamouröse Darstellung in Filmen und Literatur trugen dazu sicherlich einiges bei. Jahrzehntelang waren Cocktailpartys der Ort, um Arbeitskollegen und Geschäftspartner zu beeindrucken. Erst in den 60er Jahren flaute die Beliebtheitswelle ab. Mitte der 80er erlebte der Cocktailempfang ein Revival, allerdings eher im offiziellen und weniger im privaten Rahmen. Seit den 90er Jahren sorgen Retrowellen immer wieder für einen neuen Beliebtheitsschub. Wir lieben Cocktailpartys, weil sie einfach Spaß machen und viel Raum zum Ausprobieren lassen. Mit den folgenden Tipps wird auch Ihr Empfang ein voller Erfolg.

Der Dress Code

Zentral für eine gelungene Cocktailparty sind nicht nur die Getränke, kleine Häppchen und leichte Gesprächsthemen, sondern auch eine bestimmte Kleiderordnung. Falls Sie eine stilechte Party wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schmeißen wollen, gibt es einiges zu beachten. Frauen trugen damals meist das berühmte Cocktailkleid, das speziell für diese Anlässe konzipiert wurde. Das amerikanische Cocktailkleid konnte alles sein, vom „kleinen Schwarzen“, über ein geblümtes Kleid, bis hin zu einem schlichten, kurzen Abendkleid, solange es mit Accessoires getragen wurde. Das konnten Ohrringe, Perlenketten, Armbänder oder Broschen sein. Am häufigsten trug man Modeschmuck. Obwohl er nicht teuer war, galt das Tragen großer Mengen als gewagt und luxuriös, besonders wenn man ein schlichtes Kleid trug.

Ergänzend kamen Cocktailhüte als wichtigstes Accessoire Cocktailhut dazu. Handschuhe jeder Länge und Farbe mussten stets modisch auf der Höhe der Zeit sein. Als Cocktailpartys immer gehobener wurden, unterlag die Kleidung strengen Richtlinien, die es den Leuten ermöglichten, optisch zwischen Organisatorin, Gastgeberin und Ehefrau zu unterscheiden. Es gab strenge Benimmregeln; neben dem Tragen von Handschuhen durften Gastgeberinnen keine Accessoires tragen, die Gäste mussten Cocktailhüte zu tragen, aber niemals in geschlossenen Räumen. Die Männer trugen meist Anzüge mit einer schwarzen oder weißen Fliege. Ganz so streng müssen Sie es sicherlich nicht halten. Aber man muss zugeben, dass der Kleidungsstil einen gewissen Glamour-Faktor hat.

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Ein reibungsloser Ablauf

Der Fokus bei einer Cocktailparty sollte klar auf den Getränken liegen, oder? Jein. Natürlich sind die richtigen Drinks enorm wichtig. Sich darauf zu sehr zu versteifen, ist aber der häufigste Fehler. Geht nämlich zu viel Zeit für das Zubereiten von Cocktails (oder das Servieren von Häppchen) drauf, bleibt weniger Zeit für Ihre Gäste. Dabei geht es bei einer Cocktailparty genau darum, Kontakte zu knüpfen. Begrüßen Sie also jeden Gast bei seiner Ankunft persönlich und versuchen Sie, im Laufe des Abends mit jedem ein wenig Zeit zu verbringen. Bringen Sie etwas zurückhaltende Gäste mit neuen Leuten zusammen. Das klingt jetzt natürlich etwas anstrengend. Wir empfehlen deshalb, einen Barkeeper einzustellen. Das muss nicht unbedingt ein Profi sein. Wenn Ihr Budget knapp ist, können Sie auch jemanden aus Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis bitten.

Nach Möglichkeit können Sie auch ein kleines Team aus Kellnern organisieren, die Ihnen einen großen Teil der Arbeit abnehmen können. Tipp: Die Kinder Ihrer Freunde sind Abiturienten oder junge Studenten? Für eine nette Entlohnung erklären sie sich sicher gerne bereit, Ihren Gästen Getränke und Häppchen zu servieren. Wichtig für einen reibungslosen Ablauf ist ein gutes Zeitmanagement. Ein gutes Team kann Ihnen dabei helfen, trotzdem sollten Sie früh genug mit den Vorbereitungen beginnen. Bedenken Sie, dass eine Cocktailparty üblicherweise zwei bis drei Stunden dauert und meist vor dem Abendessen stattfindet. Zum Beispiel könnten Sie gegen 17 Uhr starten und die Party um 19 bis 20 Uhr beenden.

Unsere Empfehlungen

Für eine gute Cocktailparty müssen Sie nicht 20 verschiedene Drinks anbieten. Schließlich sind Sie keine Kneipe. Stellen Sie stattdessen eine geschmackvolle und begrenzte Auswahl zusammen, aus denen Ihre Gäste wählen können. Am besten legen Sie die Karte an der Bar aus, das erleichtert die Bestellungen sowohl für die Gäste als auch für den Barkeeper enorm. Fügen Sie bei den Cocktails unbedingt eine kurze Beschreibung hinzu, schließlich kann nicht jeder etwas mit den Namen anfangen. Die gewählten Cocktails müssen nicht unbedingt möglichst ausgefallen sein. Ein guter Sekt oder Champagner sowie ein paar einfache Cocktails und alkoholfreie Alternativen reichen vollkommen aus. Wer es besonders entspannt mag, kann auch zu fertigen Cocktails greifen. Allerdings haben wir mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis bisher nicht die besten Erfahrungen gemacht. Zu den Cocktails kommen wir später. Zunächst wollen wir Ihnen einen Champagner, einen Sekt und ein alkoholfreies Angebot vorstellen.

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Laurent-Perrier Brut Rose

Laurent-Perrier Brut Rosé, auch Cuvée Rosé genannt, ist einer der renommiertesten Rosé-Champagner weltweit. Die Cuvée Rosé basiert ausschließlich auf Trauben der Sorte Pinot Noir. Diese stammen vor allem aus Grand Cru Lagen. Die Winzer, die die Trauben liefern, arbeiten bereits seit Jahren mit dem Unternehmen Laurent-Perrier zusammen und können so hochqualitatives Traubengut liefern, das perfekt auf die Ansprüche des Champagners abgestimmt ist.

Auf die Anlieferung folgt sofort die Vinifizierung. Nach der Sortierung erfolgen zunächst die Entrappung und anschließend die 48- bis 72-stündige Mazeration. Der Mazerationsprozess ist aufwendig und schwierig, weshalb ihn nur wenige Champagnerhäuser weltweit für die Herstellung von Rosé Champagner verwenden. Dafür hilft er, die delikaten Aromen und die elegante Farbe des Champagners zu gewährleisten. Anschließend folgt die erste Vergärung. Die Flaschengärung ist der letzte Schritt vor der vierjährigen Reifung in der Flasche.

Der fertige Laurent-Perrier Rosé besitzt eine wunderschöne, elegante Roséfarbe. Seine Perlage ist fein und anhaltend; das Bouquet überaus frisch und elegant. Noten von roten Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren umspielen die Nase. Auch am Gaumen setzt sich dieser wundervolle Eindruck fort. Rund und frisch umschmeichelt der Champagner die Zunge. Fruchtige Eleganz prägt das anhaltende Finish.

Kolonne 0 Cuvée Blanc prickelnd alkoholfrei

Kolonne 0 Cuvée Blanc prickelnd alkoholfrei ist ein halbtrockener “Sekt” der Marke Kolonne 0, der in Zusammenarbeit mit dem Hause Freiherr von Gleichenstein aus Baden-Württemberg entstand. Diese Cuvée aus den Rebsorten Silvaner und Weißburgunder punktet mit einer feinen Perlage und einem äußerst harmonischen Profil. Auf der Aromenpalette finden sich fruchtig-frische Noten von gelben Früchten wie Mirabellen und Birnen. Dazu kommen cremige Brioche- und Barrique-Noten und eine edle Säure in perfekter Balance. Eine dezente blumige Note rundet den komplexen Gesamteindruck ab. Die hohe Qualität kommt nicht von ungefähr.

Im hauseigenen Labor testet und überprüft das Team verschiedene Verfahren und vergleicht die Ergebnisse. Mittlerweile setzt das Berliner Start-Up Kolonne 0 auf das schonende Vakuumdestillationsverfahren. Dabei werden die Ausgangsweine bei einer vergleichsweise niedrigen Temperatur von 30 Grad erhitzt. Das ist zwar ausreichend, um den Alkohol verdampfen zu lassen, aber zu wenig, um die wertvollen Wein-typischen Aromen herauszufiltern. So entsteht am Ende ein Produkt mit maximalem Geschmack und fast null Promille.

Vollständig alkoholfrei ist Kolonne 0 Cuvée Blanc prickelnd alkoholfrei nicht, allerdings muss ein Restalkoholgehalt nicht deklariert werden. Die Weine von Kolonne 0 weisen gerade einmal einen Alkoholgehalt von 0,25 Vol% auf – sogar weniger, als mancher Apfelsaft.

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Johanninger Riesling Kies halbtrocken

Beim Johanninger Riesling Kies handelt es sich um einen halbtrockenen Qualitätswein aus Rheinhessen. Das Weingut Johanninger wurde im Jahr 1994 durch die langjährigen Freunde Markus Haas und Dieter Schufried gegründet. Es liegt in Bibelsheim, einem kleinen Winzerdorf zwischen Bingen und Bad Kreuznach. Die besten Rieslingweinberge des Weinguts sind auf Höhe des Kieselbergs. Der Rebsortenschwerpunkt liegt hier bei den Rebsorten Riesling, St. Lauren und Sauvignon Blanc. Für den Riesling Kies wurden alte Rebstöcke selektiert, die ihn zu einem mineralischen und rassigen Wein machen. Er reifte ein Jahr lang in traditionellen Stückfässern.

Das Weingut Johanninger ist seit 2013 Öko-zertifiziert. Es verpflichtet sich also zu umweltschonender, ökologischer Arbeit. Das passt zu dem Leitspruch des Unternehmens, der lautet: „Die Liebe zur Natur gehört zum Beruf des Winzers dazu. Sie ist für uns Verpflichtung und Berufung zugleich!“ Diese Liebe zur Natur lässt sich auch im Riesling Kies erkennen. Besonders hervorstechend ist ausgezeichnete Mineralität des Weins. Sie steht in einer schönen Harmonie mit einer leichten Säure und einer feinen Fruchtsüße. Letztere macht sich besonders im Bouquet bemerkbar, das nach Pfirsich und Grapefruit duftet.

Geschichte der Cocktailparty

Um die erste Cocktailparty ranken sich mehrere Geschichten. Forscht man nach der Entstehung, stößt man häufig über den Namen Alec Waugh, dazu später mehr. Ein Artikel aus dem Wallstreet Journal spricht sich für eine bestimmte These aus. Der zufolge ist die Cocktailparty eine amerikanische Erfindung. Tatsächlich beschwerten sich die Briten, die über die Amerikanisierung Englands entsetzt waren, um 1930 über den heimtückischen Einfluss von Tonfilmen, Jazzbands – und Cocktailpartys. Dass der Ursprung in den Vereinigten Staaten zu verorten ist, liegt also nahe. Die Vertreter der amerikanischen Theorie sehen Mrs. Julius S. Walsh Jr., auch bekannt als Clara D.D. Bell Walsh, aus St. Louis als Mutter der Cocktailparty. Sie veranstaltete 1917 eine Party in St. Louis, die als erste ihrer Art gilt. Ganz korrekt ist das aber nicht, denn der Begriff war schon vor Clara Bells Events gebräuchlich.

Der wichtigste Vorläufer der Cocktailparty stammt nämlich aus dem September 1890, als Mrs. Richard S. Dana das Konzept einer „egg-nog party“ in Lenox, Massachusetts, einführte. Jahrelang veranstaltete sie diese Partys im Herbst. Schnell wurde es modern, Feiern mit einer Schale Eierpunsch zu veranstalten. Auch der Begriff Cocktailparty fiel hier und da schon. Auch im frühen 20. Jahrhundert waren solche Partys in St. Louis sehr beliebt, was Clara Bell zu ihrer Party inspirierte. Aber als sie 1917 ihre Sonntagnachmittagsparty veranstaltete, war Eierpunsch hoffnungslos altmodisch. Cocktails waren angesagt.

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Clara Bell lässt es krachen

Neu war auch, dass die reiche Amerikanerin an einem Sonntagnachmittag feierte – eine Sensation für die Presse. Für die Öffentlichkeit war damals nicht das Event an sich die Sensation, sondern dass die Party an einem Sonntagmittag stattfand. An diesem Tag brach sie gleich mehrere Tabus, wie sie gleich lesen werden.

Clara Bell Walsh führte ein sehr erfülltes Leben. Sie wuchs als eine der reichsten Frauen des Staates Kentucky auf und widmete ihr Leben ihren beiden Lieblingshobbys: Pferden und Partys. Zu ihrem legendären Cocktailempfang im April 1917 lud sie für 12 Uhr mittags 50 Gäste ein, die an einer eigens für das Event eingerichteten Bar ihre Bestellungen aufgeben konnten.

Zur Auswahl stand unter anderem Der Sazerac, eine lokale Variante des Old Fashioned aus New Orleans. Benannt ist er nach der Cognac-Marke Sazerac de Forge et Fils, die als ursprüngliche Hauptzutat diente. Andere bestellten lieber einen Bronx oder einen Clover Leaf, ein Cocktail auf Basis von Gin. Auch der Martini und der Manhattan standen auf der Karte, allerdings galten diese Drinks schon damals als etwas altbacken. Beliebter waren Highballs mit Scotch, Rye oder Bourbon Whiskys sowie der Mint Julep und Gin Fizz. Wir freuen uns, dass wir für fast alle diese Cocktails eine Videoanleitung auf unserem YouTube-Kanal anbieten, die Schüttelschule. Bereiten Sie sich also schon mal auf den praktischen Teil vor!

Exzentrische Partyqueen

Wir kehren derweil noch einmal zu Clara Bell zurück. Da sie in St. Louis lebte, ist es wahrscheinlich, dass sie Tom Bullock im von ihr geliebten St. Louis Country Club traf. Vor Ihrer Cocktailparty veranstaltete sie dort eine „Babyparty“, bei der sie und ihre Freunde sich als Kleinkinder verkleideten und Cocktails aus Babyflaschen schlürften. Selbst für heutige Verhältnisse dürfte Clara Bell also als exzentrisch gelten. Vielleicht entschuldigte man damals auch ihre Bekanntschaft zu Tom Bullock damit. Er war in den späten 1910er Jahren ein berühmter Barkeeper in den Vereinigten Staaten und schrieb als erster Afroamerikaner sein eigenes Cocktail-Handbuch, „The Ideal Bartender“, das 1917 veröffentlicht wurde. Es enthält viele Rezepte für Cocktails, die bei Clara Bells Cocktailparty auf der Getränkekarte standen. Die Verbindung zu einem Schwarzen war nicht Clara Bells einziger Tabubruch, wie wir weiter oben bereits angedeutet haben.

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Cocktailparty: eine feministische Erfindung

Ihre Party war eine Offenbarung, über die die Medien nur zu gern berichteten. Unter anderem, weil die Drinks von einem Barkeeper individuell gemischt und „im Stehen statt im Sitzen“ serviert wurden. Diese neue Art von Drinks ersetzte schnell die steifen und langweiligen Teepartys der viktorianischen Ära. Außerdem brachte man den Cocktail aus dem exklusiven Gentleman-Club in die Haushalte, wo auch Frauen gerne zugriffen. Als Verkörperung der unabhängigen Neuen Frau trug Clara dazu bei, das moderne Bild der kultivierten Frau als Cocktailtrinkerin zu fördern, die über ihren eigenen Geschmack und ihre Wünsche bestimmt. Eine revolutionäre Ansicht. Ein Leitfaden für Etiquette von 1860 sah nämlich vor, Frauen vom Alkoholgenuss fernzuhalten:

„Sie brauchen nicht zu befürchten, einen Gentleman zu beleidigen, wenn Sie sich weigern, mit ihm Wein zu trinken, selbst mit Ihrem Gastgeber. Wenn Sie jedoch eingeladen werden, Wein zu trinken, verbeugen Sie sich, heben Sie das Glas an Ihre Lippen und stellen Sie es wieder ab. Auf diese Weise können Sie die Höflichkeit wahren und dennoch vermeiden, den Wein tatsächlich zu trinken.

Keine Dame sollte beim Essen Wein trinken. Selbst wenn ihr Kopf stark genug ist, um es zu ertragen, werden ihre Wangen bald nach dem Genuss gerötet, heiß und unangenehm sein; und wenn der Raum warm und das Abendessen lang ist, wird sie wahrscheinlich die Strafe für ihre Torheit zahlen und den ganzen Abend Kopfschmerzen haben.“

Die moderne Frau trinkt Cocktails

Bücher wie „Beverages and Sandwiches for Your Husband’s Friends“ von Mrs. Alexander Orr Bradley (1893) enthielten eine Reihe von Rezepten für Cocktails und Bowlen (und natürlich Sandwiches), die sich an die Ehe- und Hausfrau richteten. Diese Texte legen nahe, dass Frauen zu Hause oft für die Zubereitung alkoholischer Getränke zuständig waren, nicht aber für deren Genuss. Clara Bell schien der Meinung gewesen zu sein, Frauen könnten Cocktails nicht nur mindestens genauso gut oder schlecht vertragen wie Männer. Zu ihrer Zeit eine ebenso fortschrittliche wie ungehörige Ansicht.

In den 1920er und 1930er Jahren, als die öffentliche Unterstützung für die Prohibition in Amerika gering war, galten Cocktail trinkende Frauen als rebellische Aktivistinnen. Im Jahr 1930 beschrieb die Vogue die ideale „Anti-Prohibitionette“ und verglich sie mit den Suffragetten früherer Jahrzehnte. Der Zeitschrift zufolge waren die Frauen, die für die Aufhebung der Prohibition kämpften, diejenigen, die „eine gewisse geistige Freiheit besaßen. […] Frauen, die hinausgingen, um für ein Wahlrecht zu kämpfen. Im Krieg fuhren sie Krankenwagen, […] sie waren die ersten, die Cocktails tranken. […] Sie bringen die geistigen Qualitäten und Manieren mit, die eine Führungspersönlichkeit ausmachen.“ Kaum zu glauben, wie feministisch die 30er Jahre schon waren, oder? Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts galten Cocktailpartys oft als skandalös, unmoralisch oder dekadent. Frühe Verwendungen des Begriffs in amerikanischen Zeitungen warfen fast immer ein negatives Licht auf die Partys und die Frauen, die sie veranstalteten oder besuchten.

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James Beards kulinarische Neuerungen 

Natürlich müssen wir am Ende unserer historischen Ausführungen auch noch kurz auf die kulinarische Seite zu sprechen kommen. James Beard, der als hoffnungsvoller Schauspieler und Sänger nach New York City gezogen war, eröffnete 1937 das Unternehmen Hors d’Ouevre Incorporated. Es profitierte von der zunehmenden Beliebtheit von Cocktailpartys nach der Aufhebung der Prohibition im Jahr 1933. 1940 veröffentlichte er sein erstes Buch „Hors D’Oeuvre and Canapes with a Key to the Cocktail Party“, ein sofortiger Klassiker. Es machte Beard zu einer kulinarischen Ikone und führte zu seiner Freundschaft mit der berühmten Köchin Julia Child. Außerdem hielt er in den folgenden vier Jahrzehnten zahlreiche Kurse und Vorträge über das Kochen. Weil zu einer gelungenen Cocktailparty unbedingt ein paar leckere Häppchen gehören, haben wir einige von Beards frühen Rezepten herausgesucht. Noch stilechter geht es nicht!

Beards originale Rezepte

Dänische Schinkenröllchen

Schneiden Sie das überschüssige Fett von sechs hauchdünnen Scheiben Parmaschinken ab. Darüber legen Sie dünne Scheiben Räucherlachs, bis der Schinken vollständig bedeckt ist. Nun rollen Sie das ganze sehr fest auf und schneiden die Rolle in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben. Nun müssen Sie die Häppchen nur noch mit einem Zahnstocher aufspießen und vor dem Servieren kühl stellen. Ein wenig frisch gemahlener schwarzer Pfeffer verleiht dem Schinken einen besonderen Geschmack.

Mit Roquefort gefüllte Pilze

Mischen Sie Roquefort-Käse und Butter zu gleichen Teilen zusammen. Fügen Sie einen halben Teelöffel Senfmehl hinzu und vermischen Sie alles gut. Die Pilze befreien Sie von etwaigen Erdresten und entfernen den Stiel. Nun füllen Sie die Roquefort-Mischung in die Champignons und betreuen den Käse anschließend mit gehacktem Schnittlauch.

Früchte-Curry

  • 2 Tassen fein gehackte, geröstete Paranüsse
  • 2 Tassen Kokosraspeln
  • 20 Ananasstücke
  • 20 Melonenscheiben
  • 5 Pfirsiche, geschält und geviertelt
  • 20 Mango-Scheiben

Für die Soße:

Zubereitung

Erhitzen Sie die Brühe, fügen Sie das Currypulver hinzu und rühren Sie, bis es sich aufgelöst oder vermischt hat. Einen sehr großzügigen Schuss Weißwein hinzugeben und eine halbe bis dreiviertel Stunde köcheln lassen. Die Pfeilwurzel mit etwas Wasser oder Brühe anrühren, in die Mischung geben und rühren, bis sie dickflüssig ist. Die Rosinen einrühren und die Soße warm halten.

Bereiten Sie die Früchte vor und servieren Sie sie auf einem Bett aus Crushed Ice. Das hält kühl und sieht auch noch schick aus. Dazu stellen Sie jeweils eine Schale Kokosraspeln, gehackte oder geraspelte Mandeln, geraspelte, blanchierte Paranüsse und schließlich eine Schale mit der heißen Currysauce. Ihre Gäste tauchen die Früchte erst in die scharfe Sauce und dann in die Nüsse.

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Late to the Party: Alec Waugh

Wissen Sie noch, als wir ganz zu Anfang Alec Waugh erwähnten? Nachdem wir nun durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gereist sind, wollen wir auch ein paar Worte über den englischen Schriftsteller verlieren. In den 1970er Jahren wussten nur noch wenige von den Ursprüngen der Cocktailparty und der Beteiligung Clara Bells. Waugh (1898-1981) behauptete in der ersten Zeile eines Artikels in der Zeitschrift Esquire vom Juli 1974 sogar: „Ich glaube, dass ich die Londoner Cocktailparty erfunden habe – im April 1924„. Waugh, der zwischen 17:30 und 19:00 Uhr, also zwischen Nachmittagstee und Abendessen, Daiquiris servierte, bestand darauf, dass er den Engländern die Trinkstunde vor dem Abendessen im Alleingang eingeführt hatte. Diese Theorie hält sich hartnäckig, übrigens auch auf Wikipedia. Zum Glück wissen wir es nun besser!

Cocktails wie bei Clara Bell

Weiter oben hatten wir schon erwähnt, dass heute noch bekannt ist, welche Drinks Clara Bell bei ihrer legendären Cocktailparty 1917 servierte. In unserer Schüttelschule finden Sie eine einfache Anleitung zu fast allen davon.

Bronx

Dry Martini

Manhattan

Mint Julep

Gin Fizz

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Wenn das mal nicht genug Fachwissen ist, um einen Cocktailabend zu füllen! Falls Sie immer noch nicht genug haben, finden Sie hier weitere Infos, einen Podcast und einen kurzen Film. Wenn Sie so richtig in Cocktailstimmung gekommen sind, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag über Triple Sec und kreative Cocktailrezepte und ihre Namensgebung.

Sie möchten die Getränkekarte für Ihre Cocktailparty doch weiter aufstocken? In unserem Onlineshop finden Sie alles, was Sie brauchen. Falls Sie sich nicht entscheiden können, hilft Ihnen unser fachkundiges Personal gerne weiter. Kommen Sie in unsere Essener Filiale oder kontaktieren Sie telefonisch unter 0201 247 710 oder per Mail an info@banneke.de.

Bis dahin verbleiben wir mit einem gediegenen

CHEERS!

Ihr Banneke-Team

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