Triple Sec – Vom Zufall zu legendären Cocktails

Spezialitäten

Der Triple Sec ist eine der beliebtesten Cocktailzutaten der Welt. Deswegen soll sich dieses Mal alles um den populären Orangenlikör drehen. Zu Beginn haben wir ein paar Fakten für Sie, mit denen wir versuchen, eine unerwartet schwierige Frage zu beantworten: Warum heißt der Triple Sec eigentlich wie er heißt? Was er mit dem Curaçao zu tun hat, behandeln wir ebenfalls. Danach nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Denn dass wir uns heute am Triple Sec erfreuen dürfen, geht auf einen Zufall vor über 500 Jahren zurück. Spoiler: Es geht um Orangen und fehlgeschlagene Versuche in der Landwirtschaft. Zum Abschluss haben wir für Sie vier Cocktailrezepte mit Triple Sec parat – wie es sich für eine derart geschätzte Zutat gehört.

Triple Sec – Die Fakten

Der Triple Sec ist ein starker, süßer und farbloser Likör, der nach Orangen schmeckt. Sowohl pur als auch auf Eis macht er eine gute Figur und eignet sich hervorragend als Digestif. Zu brillieren beginnt er aber erst in Cocktails – wie Sie in der folgenden Auswahl bekannter Cocktails mit Triple Sec sehen werden. Kamikaze, Margarita, Long Island Ice Tea, Side Car oder Cosmopolitan: Die Liste der Cocktails mit Triple Sec ist nicht nur lang, sondern prestigeträchtig.

Zudem ist er eine Variation des Likörs Curaçao, der aus getrockneten Schalen bitterer und süßer Orangen hergestellt wird. Vielleicht fragen Sie sich: Wenn der Triple Sec lediglich eine Variante vom Curaçao ist, wo ist dann der Unterschied? Es ist kompliziert. Laut einer Faustregel gilt ein Orangenlikör erst dann als Triple Sec, wenn sein Alkoholgehalt 30% überschreitet. 

Dreifach was?

Eine unpräzise Regel. Doch da enden die begrifflichen Schwierigkeiten nicht. Zumindest laut europäischem Recht ist keiner der zwei Begriffe rechtlich geschützt oder definiert. Das bedeutet, dass theoretisch jeder Hersteller in Europa seinen Orangenlikör Triple Sec oder Curaçao nennen dürfte.

Darüber hinaus weiß niemand, woher genau der Likör seinen Namen hat. Eines steht fest: „Sec“ ist Französisch und bedeutet übersetzt „trocken“. Wie und ob ein Orangenlikör „dreifach trocken“ sein kann, ist die nächste Frage. Der Triple Sec hat lediglich weniger Zucker als der Curaçao – daher auch das „Sec“. Er ist aber nicht dreimal trockener als ein Curaçao, falls das überhaupt messbar ist. Ebenfalls wird der Triple Sec, entgegen vieler Behauptungen, nicht dreifach destilliert. Mittlerweile hält sich die Vermutung etabliert, der Name sei einfach eine Marketingentscheidung gewesen. „Klingt interessant, passt so. Danach wird schon niemand fragen“, wird es wohl geheißen haben. Das Banneke-Team würde hier respektvoll widersprechen.

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Die Herkunft des Triple Secs

Die Geschichte des Triple Secs geht bis ins späte 15. Jahrhundert zurück. Außerdem ist sie zu Teilen auch die Geschichte des Curaçaos. Im Jahr 1499 stießen die Spanier auf eine Insel an der Küste Venezuelas. Dreimal dürfen Sie raten, wie diese Insel heißt. Korrekt: Curaçao. Rund 30 Jahre später haben sie versucht, Orangen anzubauen – mit Betonung auf „versucht“. Bei den Orangen handelte es sich um sogenannte Valencia Orangen, die wahrscheinlich aus Portugal stammen. Nebenbei bemerkt: Valencia Orangen sind nicht bloß eine Orangensorte, sondern die Orangensorte; die typische, runde, orangefarbene Zitrusfrucht, an die wir denken, wenn wir „Orange“ sagen.

Aber zurück nach Venezuela. Blöd für die landwirtschaftlich interessierten Spanier: Ihre Valencia Orangen vertrugen sich nicht mit den lokalen Wetter- und Bodenverhältnissen. Zwar wuchsen sie, waren aber ungenießbar. Daraufhin gaben die Spanier ihre Plantagen auf und die Orangen wucherten vor sich hin. So entstand eine Unterart der Bitterorangenfamilie, die später „Curaçao-Früchte“ getauft wurde.

Wie es der Zufall will

Nun wird die Geschichte leider wieder etwas schwammig. Irgendwann fiel einer aufmerksamen Person etwas Merkwürdiges auf: Die getrockneten Schalen dieser Bitterorangen versprühen ein intensives Orangenaroma. Grund dafür sind enthaltene ätherische Öle. Wie es bei der Herstellung von Genussmitteln oft der Fall ist, wird sich jemand gedacht haben: „Ich frage mich, ob sich daraus etwas zaubern lässt.“ In den folgenden Jahrhunderten nutzten Brennereien auf Curaçao die getrockneten Schalen, um ihren Spirituosen das prägnante Orangenaroma zu verleihen.

Bis der Triple Sec erfunden wurde, vergingen ein paar Jahrhunderte. Auch müssen wir jetzt den Kontinent wechseln. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte Frankreich ein plötzliches Interesse an Orangenlikören. Den Anfang machte der Combier Triple Sec im Jahr 1834. Später folgten ähnliche Liköre, etwa der Cointreau, der um 1875 erfunden worden sein soll. Um noch mal kurz Richtung Venezuela zu blicken: Dort begann erst 1896 die Serienproduktion des mittlerweile legendären Curaçao of Curaçao.

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Eine kleine Auswahl

Die Basisrezeptur des Triple Secs ist eine minimalistische: In Trockenalkohol eingelegte Orangenschalen. Für die gravierenden Unterschiede im Geschmack von Triple Secs verschiedener Hersteller sorgt die Komposition weiterer Aromaträger, etwa Gewürze oder die Schalen diverser Zitrusfrüchte. Wie wir jedoch angemerkt haben: Keine offiziellen Regulationen bedeutet auch keine strengen Vorgaben. Da kann es schnell passieren, dass man ein beliebiges Produkt kauft, das sich aufgrund der mangelnden Regulationen zu weit von der klassischen Rezeptur entfernt – und so nicht das Geschmackserlebnis liefert, das Sie erwarten. Daher möchten wir Ihnen die folgenden lupenreinen Triple Secs empfehlen, die von namhaften Herstellern aus Frankreich, den Niederlanden und aus Deutschland – nämlich aus einer Essener Traditionsbrennerei – stammen.

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Cocktails mit Triple Sec

Nun war schon so häufig die Rede von legendären Cocktails, dass wir Ihnen ein paar Rezepte nicht vorenthalten wollen.

Cosmopolitan

Können wir noch mehr zu diesem Drink sagen, als Sex and the City Ende der 1990er Jahre gesagt hat? Ein wenig schon, ja. Das ursprüngliche Rezept geht in die 1930er zurück. Dieser Ur-Cosmo hatte noch eine Gin-Basis. Nach zahllosen Variationen hat sich erst 50 Jahre später in den USA ein Rezept etabliert, das die Grundlage des modernen Cosmopolitans darstellen sollte. Manche munkeln, der damals neue Absolut Citron Vodka soll der Hauptgrund für den Cosmo 2.0 gewesen sein. Erstmals verwendete den die Barkeeperin Cheryl Cook als Hauptzutat für ihre Interpretation des Rezepts, zusammen mit Triple Sec, Limettensaft und Cranberrysaft.

Zutaten

Zubereitung

Geben Sie den Vodka, den Triple Sec sowie den Cranberry- und den Limettensaft in ein großes Glas. Damit wären Sie auch schon fast fertig. Nun muss nur noch eine großzügige Menge Eis ins Glas. Schnappen Sie sich einen Barlöffel und rühren Sie so lange um, bis das Getränk eine für Sie angemessene Kälte erreicht hat. Seihen die fertige Mischung in ein Cocktailglas ab. Alternativ können Sie den Cosmopolitan auch geschüttelt zubereiten. Dafür müssen sie lediglich alle Zutaten, Eis inklusive, in einen Shaker geben, gut schütteln und anschließend ebenfalls in ein Cocktailglas gießen.

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Kamikaze

Wissen Sie, woher das recht bekannte Wort Kamikaze stammt? Jetzt wird es (leider) etwas makaber. Denn Kamikaze (Japanisch für „Göttlicher Wind“) war der Titel einer japanische Fliegerspezialtruppe im Zweiten Weltkrieg. Deren Piloten führten unter anderem Selbstopferangriffe auf US-amerikanische Flotten aus. Warum ein Cocktail ausgerechnet nach sowas benannt wurde? Gute Frage. Die gängigste Theorie lautet: Er entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Tokio, als das Land unter US-amerikanische Besetzung stand. Wahrscheinlich haben die Amerikaner in einem ironischen Twist den Cocktail so getauft.

Zutaten

Zubereitung

Den Kamikaze gibt es in zwei Formen: als Cocktail und als Shot. Dieses Mal haben wir für Sie die Shotversion. Geben Sie den Vodka, den Triple Sec, den Zitronensaft und das Eis in einen Shaker. Schütteln sie die Mischung gut durch und seihen Sie sie in ein Shotglas ab. Das war’s.

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Lynchburg Lemonade 

Die Lynchburg Lemonade ist nicht nur durch ihren Geschmack in die Geschichtsbücher der Spirituosenwelt eingegangen, sondern auch durch einen Rechtsstreit. Erfunden wurde sie im Jahr 1980 von Tony Mason, einem Restaurantbesitzer in Alabama. Sieben Jahre später trafen sich Mason und niemand geringeres als das Unternehmen Jack Daniel’s vor Gericht. Mason warf ihnen vor, sein Rezept irgendwie gestohlen zu haben, nachdem Jack Daniel’s begann, ihre eigene Version anzubieten. Für ihn war das Rezept ein gut behütetes Geheimnis. Mason gewann den Fall, erhielt aber kein Geld. Unzufrieden versuchte er es später nochmal. Dieses Mal gewann Jack Daniel’s.

Zutaten

Zubereitung

Bei der Zubereitung der Lynchburg Lemonade kann wenig schiefgehen. Geben Sie einfach alle Zutaten sowie Eis in einen Shaker und schütteln Sie gut. Gießen Sie die Mischung anschließend in ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas. Auf Wunsch können Sie den Drink noch mit Zitronen- oder Limettenschnitzen dekorieren. Fertig!

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Long Island Iced Tea 

Eine Gruppe junger Barkeeper soll den Long Island Iced Tea Ende der 1970er Jahre in New York erfunden haben. Jüngere Gäste hatten Geschichten zufolge eine Abneigung gegenüber Whisky Sours. Also musste eine Alternative her. Falls Sie irgendwann mal mit Alkoholtrivia punkten wollen: In Deutschland führen viele Bars den Cocktail unter dem Namen „Long Island Ice Tea“. In den USA, seinem Heimatland, wird Eistee aber „Iced Tea“ geschrieben. Die richtige Schreibweise lautet folglich „Long Island Iced Tea“.

Zutaten

Zubereitung

Beim Long Island Iced Tea ist die richtige Reihenfolge bei der Zubereitung wichtig. Geben Sie zuerst den Triple Sec, Rum, Blanco Tequila, Gin, Vodka und Zitronensaft in einen Shaker. Nehmen Sie nun ein Servierglas und füllen Sie es mit Eis und Cola. Das ist notwendig, um Ende einen optisch ansprechenden Schichteffekt zu erzeugen. Legen Sie eine großzügige Menge Eis in den Shaker. Schütteln Sie anschließend kräftig und lang, sodass sich die Spirituosen gründlich vermischen. Seihen Sie die Mischung danach ins Glas ab.

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Wir hoffen, Sie hatten Freude an unserem kleinen Exkurs. Falls Sie jetzt Lust darauf haben, weitere Cocktailrezepte auszuprobieren, haben wir genau das Richtige für Sie: Unseren Youtube-Kanal, die Schüttelschule. Dort haben wir übrigens auch noch weitaus mehr Rezepte Cocktails mit Triple Sec, zum Beispiel den Margarita

Sie suchen lieber etwas saisonal Passendes? Dann ist möglicherweise unser Blogbeitrag über Liköre aus Herbstfrüchten das Richtige. Für weitere Ideen und Hintergrundwissen rund um die Welt der Spirituosen lohnt sich ein Besuch auf unserem Blog übrigens immer!

Sämtliche Spirituosen in diesem Beitrag können Sie selbstverständlich via unserer Website, Telefon oder in unserem Geschäft in der Essener Innenstadt erwerben. Dort steht Ihnen unser fachkundiges Personal mit Rat und Tat zur Seite. Bei Fragen können Sie uns sowohl via Mail an info@banneke.de als auch telefonisch unter 0201 247710 erreichen.

Wir verbleiben mit einem herzlichen

CHEERS!

Ihr Banneke-Team

Bildquelle: Lizenzfreies Foto von pixabay.com

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