Triple Sec – Vom Zufall zu legendären Cocktails

Triple Sec ist eine der beliebtesten Cocktailgrundlagen der Welt. Deswegen dreht sich in diesem Blogbeitrag alles um den populären Orangenlikör. Zuerst kümmern wir uns um eine unerwartet schwierige Frage: Woher hat Triple Sec seinen Namen? Seine Verbindung zum Curaçao behandeln wir dabei ebenfalls. Danach reisen wir in die Vergangenheit. Denn dass wir uns heute am Likör erfreuen dürfen, geht auf einen Zufall vor rund 500 Jahren zurück. Zum Abschluss haben wir vier Cocktailrezepte für Sie vorbereitet.

Triple Sec – Die Fakten

Der Triple Sec ist ein starker, süßer und farbloser Likör mit Orangengeschmack. Er macht pur und auf Eis eine gute Figur und eignet sich hervorragend als Digestif. Als Cocktailgrundlage entfaltet er aber sein volles Potenzial, wie der Kamikaze, Margarita, Side Car oder Cosmopolitan beweisen. Sein Vorfahre ist der Curaçao, der aus getrockneten Schalen bitterer und süßer Orangen hergestellt wird. Die Unterschiede zwischen beiden Orangenlikören sind marginal.

Der Namensursprung vom Triple Sec ist nebulös. Das französische „Sec“ bedeutet „trocken“. Wie und ob ein Orangenlikör aber „dreifach trocken“ sein kann, ist fraglich. Er enthält zwar weniger Zucker als Curaçao, nicht aber dreimal weniger. Entgegen vieler Behauptungen wird Triple Sec außerdem nicht dreifach destilliert.

Wahrscheinlich ist der Name schlicht das Ergebnis einer Marketingentscheidung. „Klingt interessant, passt so. Danach wird schon niemand fragen“, hieß es wohl. Das Banneke-Team würde respektvoll widersprechen.

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Die Herkunft des Triple Secs

Die Geschichte des Triple Secs beginnt mit der Seefahrerei und geht Hand in Hand mit dem Curaçao. 1499 stießen die Spanier auf die gleichnamige Insel an der Küste Venezuelas. Knapp drei Jahrzehnte später versuchten sie sich dort am Obstanbau. Ihre Valencia-Orangen wuchsen zwar, waren aber ungenießbar. Sie vertrugen die Wetter- und Bodenverhältnisse nicht. Die Spanier gaben ihre Plantagen auf, ihre Orangen wucherten vor sich hin. Sie entwickelten sich zu einer neuen Unterart der Bitterorangenfamilien, die später „Curaçao-Früchte“ getauft wurde.

Der Inselbevölkerung soll das intensive Orangenaroma aufgefallen sein, das die sonnengetrockneten Schalen der Bitterorangen versprühten. Zwar ist nicht bekannt, wann es soweit war, doch irgendwann stellte man fest: Mit Neutralalkohol lässt sich das Aroma aus den Schalen ziehen. Die Geburtsstunde des Curaçao-Likörs schlug.

Im 19. Jahrhundert stieg besonders in Frankreich das Interesse an solchen Orangenliklören. Die Brennerei Combier stellte daraufhin 1834 den ersten Triple Sec her. Ähnliche Drinks, etwa der Cointreau, folgten in den kommenden Dekaden. Der mittlerweile legendäre Curaçao of Curaçao aus Venezuela ging hingegen erst 1896 in Serienproduktion.

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Eine kleine Auswahl

Grundlegend besteht der Orangenlikör nur aus in Trockenalkohol eingelegten Orangenschalen, meist kommen noch diverse Gewürze oder Schalen anderer Zitrusfrüchte dazu. Da aber weder Triple Sec noch Curaçao rechtlich geschützte oder definierte Begriffe sind, gibt es in Sachen Zubereitung strenggenommen keine Vorschriften. Schnell kauft man ein beliebiges Produkt, das sich zu weit von klassischen Rezepten entfernt – und das erhoffte Geschmackserlebnis verfehlt. Wir empfehlen Ihnen daher die folgenden lupenreinen Produkte namhafter Hersteller aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland.

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Cocktails mit Triple Sec

Nach der vielen Rede von legendären Cocktails wollen wir Ihnen die folgenden Rezepte nicht länger vorenthalten.

Cosmopolitan

Können wir mehr über diesen Drink sagen, als Sex and the City Ende der 1990er Jahre gesagt hat? Ein wenig, ja. In den 1930er-Jahren wurden die ersten Cosmopolitan-Rezepte entwickelt, sie basierten noch auf Gin. Der moderne Cosmopolitan entstand erst rund 50 Jahre und zahllose Variationen später in den USA, Gerüchten zufolge dank dem damals neuen Absolut Citron Vodka. Zuerst verwendete ihn Barkeeperin Cheryl Cook als Hauptzutat für ihren Cosmo 2.0, zusammen mit Triple Sec, Limetten- und Cranberrysaft.

Zutaten

Zubereitung

Geben Sie alle Zutaten und eine großzügige Menge Eis in ein großes Glas. Schnappen Sie sich einen Barlöffel und rühren Sie so lange um, bis das Getränk eine für Sie angemessene Kälte erreicht hat. Seihen die fertige Mischung in ein Cocktailglas ab.

Alternativ können Sie den Cosmopolitan auch geschüttelt zubereiten. Dafür müssen sie lediglich alle Zutaten samt Eis in einen Shaker geben, gut schütteln und ebenfalls in ein Cocktailglas abseihen.

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Kamikaze

Kennen Sie den makabren Ursprung des Worts Kamikaze? Im Japanischen steht es für „Göttlicher Wind“ und war der Titel einer japanische Fliegerspezialtruppe im Zweiten Weltkrieg. Die Piloten führten unter anderem Selbstopferangriffe auf US-amerikanische Flotten aus. Warum ein Cocktail ausgerechnet danach benannt wurde? Die gängigste Theorie lautet: Nach Kriegsende haben US-amerikanische Besatzungstruppen in Tokio den Cocktail in einem ironischen Twist so getauft.

Zutaten

Zubereitung

Den Kamikaze gibt es in zwei Formen: als Cocktail und Shot. Wir zeigen Ihnen die Shotversion. Geben Sie alle Zutaten in einen Shaker. Schütteln sie die Mischung gut durch und seihen Sie sie in ein Shotglas ab. Das war’s.

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Lynchburg Lemonade 

Lynchburg Lemonade ist nicht nur dank ihres Geschmacks in die Geschichtsbücher der Spirituosenwelt eingegangen. 1987 traf sich ihr Erfinder, Restaurantbesitzer Tony Mason aus Alabama, mit Jack Daniel’s vor Gericht. Der Konzern habe, so der Vorwurf, Masons Geheimrezept gestohlen, um eine eigene Lynchburg Lemonade herzustellen. Der Kläger erhielt Recht, aber kein Geld. Unzufrieden versuchte er es später erneut. Dieses Mal gewann Jack Daniel’s.

Zutaten

Zubereitung

Geben Sie alle Zutaten und Eis in einen Shaker und schütteln Sie gründlich. Seihen Sie die Mischung anschließend in ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas ab. Auf Wunsch können Sie den Drink noch mit Zitronen- oder Limettenschnitzen dekorieren. Fertig!

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Long Island Iced Tea 

Eine Gruppe junger Barkeeper soll den Long Island Iced Tea Ende der 1970er Jahre in New York erfunden haben. Jüngere Gäste hatten Geschichten zufolge eine Abneigung gegenüber Whisky Sours. Also musste eine Alternative her.

Falls Sie irgendwann mit Alkoholtrivia punkten möchten: Viele deutsche Bars führen den Cocktail unter dem Namen „Long Island Ice Tea“. In den USA wird Eistee aber „Iced Tea“ geschrieben. Die korrekte Schreibweise lautet folglich „Long Island Iced Tea“.

Zutaten

Zubereitung

Beim Long Island Iced Tea zählt die richtige Reihenfolge. Geben Sie zuerst Triple Sec, Rum, Blanco Tequila, Gin, Vodka und Zitronensaft in einen Shaker. Füllen Sie nun ein Servierglas mit Eis und Cola. Das sorgt am Ende für einen wunderschönen Schichteffekt. Legen Sie eine großzügige Menge Eis in den Shaker. Schütteln Sie kräftig und lang, sodass sich die Spirituosen gründlich vermischen. Seihen Sie die Mischung danach ins Glas ab.

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Hoffentlich hatten Sie Freude an unserem kleinen Exkurs. Falls Sie jetzt Lust auf weitere Cocktailrezepte haben, emfehlen wir Ihnen unseren Youtube-Kanal, die SchüttelschuleSie suchen eher etwas saisonal Passendes? Dann ist unser Blogbeitrag über Liköre aus Herbstfrüchten die richtige Wahl.

Sämtliche Spirituosen in diesem Beitrag können Sie in unserem Online-Shop, per Telefon oder in unserem Geschäft in der Essener Innenstadt kaufen. Dort steht Ihnen unser fachkundiges Personal mit Rat und Tat zur Seite. Bei Fragen können Sie uns sowohl via Mail an info@banneke.de erreichen als auch telefonisch unter der Nummer 0201 247710.

Wir verbleiben mit einem herzlichen

CHEERS!

Ihr Banneke-Team

Bildquelle: Lizenzfreies Foto von pixabay.com

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