Bester Gin aus Japan: Eine kurze Geschichte mit großer Wirkung

Bester Gin aus Japan: Eine kurze Geschichte mit großer Wirkung

Wenn man an japanische Spirituosen denkt, fallen den meisten zunächst Sake oder Whisky ein. Gin aus Japan wird dagegen oft übersehen – dabei gehört er längst zu den spannenden Highlights der internationalen Barszene. Hochwertiger Gin aus Japan überzeugt mit einem einzigartigen fernöstlichen Aroma und steht internationalen Marken in Qualität und Charakter in nichts nach.

In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf eine Reise durch die Welt des japanischen Gins. Zunächst werfen wir einen Blick auf die Geschichte: Die Ursprünge reichen bis ins 19. Jahrhundert, richtig populär wurde Gin aus Japan jedoch erst in den letzten Jahren. Danach erklären wir die Unterschiede zwischen japanischem Gin und westlichen Varianten – von den Botanicals bis hin zum unverwechselbaren Geschmack. Zum Abschluss erwarten dich praktische Tipps: Produktempfehlungen, spannende Cocktailideen und Anregungen, wie Sie japanischen Gin am besten genießen können.



Japanischer Gin – Die Geschichte

Bester Gin aus Japan hat seine Ursprünge im 19. Jahrhundert. Durch eine niederländische Handelsenklave auf der Insel Dejima wurde erstmals Gin nach Japan gebracht. Der genaue Zeitpunkt ist unbekannt; es soll aber während der späten Edo-Periode passiert sein, die von 1603 bis 1867 dauerte.

Schnell folgten erste Versuche, die Spirituose auf japanischem Boden herzustellen. Den Anfang machte Shige Dennoshin, Prokurist der niederländischen Handelsenklave, im Jahr 1812. Sein fertiges Produkt hatte jedoch nur bedingt etwas mit modernem Gin zu tun. Dennoshin gelang es nämlich nicht, die Süße des Harzes der Wacholderbeere gründlich zu extrahieren, weshalb sein erster Gin-Prototyp überdurchschnittlich süß schmeckte. Um schon einmal kurz in die Zukunft zu springen: In Erinnerung an dieses historische Ereignis veröffentlichte der japanische Sake-Hersteller Kinokawa vergangenes Jahr den Gin „Dennoshin 1812“.

Bis zu den nächsten Fortschritten mussten über 100 Jahre ins Land ziehen. Die japanische Brennerei Suntory veröffentlichte 1936 einen Gin im Stil des London Dry. Aufgrund von Importverboten konnten allerdings nur wenige den Gin tatsächlich genießen.

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Japan blickt Richtung Kyoto

Wirklich los ging die Geschichte des modernen japanischen Gins erst 2016 in Kyoto – hier ist bester Gin aus Japan quasi zu Hause. In diesem Jahr hat die Kyoto Distillery mit Herstellung von sogenanntem „Artisinal Gin“ begonnen; auf Deutsch bedeutet das ungefähr so viel wie „handwerklicher Gin“. Das erste Meisterwerk der Kyoto Distillery trägt den Namen Kinobi Kyoto Dry Gin. Hier ist der Name Programm, denn „kinobi“ ist Japanisch für „Die Schönheit der Jahreszeiten“. Dieser Gin vereint einen Reisspiritus mit den Blättern der Hinoki (japanische Zypresse), Gyokuro (hochwertiger grüner Tee) und Sansho-Pfeffer. Zudem bietet die Kyoto Distillery auch einen besonderen Yuzu Gin. Er basiert auf Shochu-Kartoffeln, Ingwer, Sansho-Pfeffer und, natürlich, Yuzu, eine Art japanische Zitrusfrucht.

Die Gins der Kyoto Distillery gelangten so schnell zu großer Beliebtheit, dass andere Brennereien des Landes ebenfalls angefangen haben, ihren eigenen Gin anzubieten. So zum Beispiel Suntory aus Osaka, mit ihrem mittlerweile überaus beliebten Roku Gin. Der hat seinen Namen vom japanischen Wort für „Sechs“. Warum eine Zahl als Namen? Damit bezieht sich Suntory auf die sechs Geschmackskategorien des Roku Gins: die Wacholderbasis, Zitrus, Tee, Kräuter, Gewürze und Florales. Auch die Brennerei Nikka, normalerweise bekannt für ihre ausgezeichneten Whiskeys, zog mit ihrem Nikka Coffey Gin nach. Ihn zeichnet intensive Yuzu-Schale und eine diverse Auswahl japanischer Früchte aus. Zu diesen Gins erfahren Sie gleich noch mehr.

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So unterscheidet sich Gin aus Japan von Gin aus dem Westen

Wie du sicherlich weißt, gibt es bei den Zutaten von Gin nur eine Regel: Seine Basis muss Wacholder sein. Allerdings gibt es keine genauen Bestimmungen für die Höhe des Wacholderanteils. Dementsprechend freie Hand haben Brennereien aus aller Welt bei der Herstellung ihres Gins, solang sie nur Wacholder verwenden.

Wenn du irgendwo in Europa einen Gin kaufst, ist die Chance hoch, dass hauptsächlich Anis, Lavendel, Orangenschalen oder Rosmarin auf der Liste der Botanicals stehen. Anders sieht es in Japan aus. Japanische Brennereien konzentrieren sich nämlich auf einzigartige lokale Zutaten, mit der sie die Wacholderbasis anreichern. Bester Gin aus Japan enthält zum Beispiel häufig Sakura (japanische Kirschblüten), Hinoki, Sansho-Pfeffer oder Gyokuro.

Da Japan in Sachen Geografie eine hochgradig diverse Insel ist, unterscheiden sich die typischen Zutaten von bestem Gin aus Japan je nach Region. In Japans tropischem Süden, zum Beispiel in Okinawa, setzen Brennereien gerne auf das holzige Aroma von Wachholder und kombinieren es mit lokalen Zitrusfrüchten, wie Kabosu oder Shikuwasa; beide ähneln Limetten beziehungsweise Zitronen. Einen ganz anderen Weg gehen Brennereien in der Küstenstadt Hiroshima. Sie wurden unter anderem deshalb bekannt, weil ihr Produkt mit Austernschalen infundiert wird. Dieses eignet sich wiederum als Begleiter zu den in Japan überaus beliebten Fischspeisen.

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Viermal japanischer Gin

Da du jetzt bestens über die Geschichte und die wesentlichen Unterschiede von bestem Gin aus Japan Bescheid weißt, ist es Zeit für einige Produktempfehlungen. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, einige Gins auszuwählen, die wir bereits lobend in diesem Blogpost erwähnt haben.

Ki No Bi Kyoto Dry Gin

Der Ki No Bi Kyoto Dry Gin wartet mit ganzen 50 Botanicals auf. Elf davon wollen wir dir an dieser Stelle genauer vorstellen, da sie unserer Ansicht nach die Essenz dieses Gins ausmachen.

Ki No Bi

Neben der Wacholderbeere ist die Iriswurzel eine der wichtigsten Zutaten. Sie ähnelt geschmacklich der Himbeere und ist ein beliebter Bestandteil zahlreicher Gins. Weiter geht es mit der Hinoki-Scheinzypresse; ihr Holz duftet nach Zitrone. Damit harmoniert die in diesem Text schon angesprochene Yuzu-Frucht, eine Kreuzung aus zwei verschiedenen Zitrusarten. Für einen harmonischen Kontrast zu den säuerlichen Zitrusimpressionen sorgt der hochwertige Gyokuru-Tee. Er gilt gemeinhin als aromatisch, weich und süß. Für eine scharfe Würze sorgen Ingwer und Sansho-Pfeffer. Er ist eng mit dem chinesischen Szechuan-Pfeffer verwandt. Des Weiteren enthält der Ki No Bi Kyoto Dry Gin Bambus und Perilla, auch bekannt als roter Shiso. Das  beliebte Gewürz in japanischen Küchen sorgt für prominente Anis- und Minznoten.

Im Aroma solltest du vor allem die Yuzu, Inger, Gyokuro-Tee und den Sansho-Pfeffer bemerken. Am Gaumen erwartet dich ein komplexer sowie süßlicher Körper, auf den reiner Abgang folgt.

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Roku Japanese Craft Gin

Der Roku Gin war im Jahr 2017 der erste Gin von der Brennerei Suntory auf dem deutschen Markt. Was ungewöhnlich für in Deutschland erhältliche Spirituosen ist: Er wird ausschließlich in Japan destilliert und abgefüllt. Du weißt ja bereits, wofür das „Roku“ im Namen steht. Nun möchten wir dir dafür konkrete Beispiele geben. Die sechs Hauptbotanicals des Roku Japanese Craft Gin sind Yuzu, Sakura, Sencha-Tee, Sansho-Pfeffer und Gyokuro. Suntory kombiniert diese sechs Zutaten mit Wacholder, Zimt, Bitterorange, Angelika und Koriander. Passend dieses Gins ist sogar die Flasche sechseckig.

Roku Japanese Craft Gin

Florale Töne, vor allem durch die Sakura, und grüner Tee prägen das Bouquet des Roku Japanese Craft Gins. Der Geschmack präsentiert eine harmonische Balance aus der westlichen Gin-Welt und der ostasiatischen Herkunft. Diese Balance entsteht durch Wacholdernoten auf der einen Seite und Yuzu-Noten auf der anderen. Das Mundgefühl ist insgesamt samtig und weich.

Aufgrund dieser Weichheit lässt sich der Roku Japanese Craft Gin entweder ideal pur oder auf Eis genießen. Er macht aber auch als Basis für einen Gin Tonic eine gute Figur. Kombiniere dafür einfach den Roku Gin mit Dry Tonic Water und garniere den Drink mit etwas Ingwer.

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Nikka Coffey Gin

Der Nikka Coffey Gin wird nach einem speziellen Brennverfahren hergestellt, das nach dem schottischen Ingenieur Aeneas Coffey benannt wurde. Dabei wird der Gin kontinuierlich in einer Brennsäule destilliert.

Nikka Coffey Gin

Sein aus 11 Botanicals bestehendes Geschmackprofil ist exotisch, auch wenn typische Gin-Noten das Fundament des Nikka Coffey Gins bilden, so zum Beispiel Wacholder, Angelikawurzel oder Koriander. Im Mund überzeugt der Nikka Coffey Gin mit seinem samtigen Körper, in den die Aromen dicht eingewoben sind. Hier setzen Orange, Limette und Koriander fruchtig-würzige Akzente. Seine fruchtige Seite zeigt der Nikka Coffey Gin dank grünem Apfel. Der wird wiederum von würzigem Sansho-Pfeffer kontrastiert. Sein Finish ist langanhaltend und würzig.

Scheue dich nicht davor, diesen Gin auch als Grundlage für Cocktails oder Longdrinks zu verwenden. Schließlich wurde er für den Heimgebrauch und für das Mixen konzipiert – und ist dafür weltweit bei Feinschmeckern und Barkeepern beliebt.

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Etsu Gin

Der Etsu Gin ist handcrafted und stammt aus dem hohen Norden Japans, genauer aus Hokkaido. Seine Hauptbotanicals sind, du ahnst es sicher schon, Yuzu und Sansho-Pfeffer. Sie stammen allerdings nicht aus Hokkaido, sondern aus Okinawa. Das Aroma des Etsu Gins wird zusätzlich mit weiteren Botanicals aromatisiert, zum Beispiel mit Beeren und einer geheimen Teemischung. Sein Geschmacksprofil lässt sich am treffendsten wie folgt zusammenfassen: floral, zitrisch und krautig.

Etsu Gin

Wenn dieser bester Gin aus Japan mit etwas überzeugen kann, dann mit seiner hervorragenden Balance und seiner Ausdrucksstärke. Prägnant ist der Etsu Gin übrigens nicht nur im Aroma und Geschmack, sondern auch im Design. Der bildschöne Aufdruck im klassisch-japanischen Stil ist ein echter Blickfang. Da ist es nur passend, dass „Etsu“ übersetzt „Freude“ bedeutet. Die empfindet man zweifelsohne schon beim Blick auf das liebevoll illustrierte Etikett.

Wie bei den anderen Gins in diesem Blogpost sind dem Genuss des Etsu Gins keine Grenzen gesetzt. Er schmeckt bereits pur oder Eis, brilliert aber auch als alkoholische Grundlage für einen Gin Tonic mit einem fernöstlichen Twist.

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Vier Rezepte mit japanischem Gin

Zum Abschluss möchten wir dir noch vier Rezepte ans Herz legen, für die bester Gin aus Japan die Basis ist. Da du sicherlich weißt, wie man einen guten Gin Tonic zubereitet, haben wir auf diese offensichtliche Wahl verzichtet und etwas tiefer in die Trickkiste gegriffen.

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Gisha

Zutaten:

Roku Japanese Craft Gin
Sake Junmai
Pulco Limette

Zubereitung:

Einen Gisha zuzubereiten ist denkbar einfach. Du gibst Gin, Sake, Limettensaft und Holundersirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker und schüttelst gründlich. Seihe die Mischung anschließend in eine mit Eis gefüllte Cocktailschale ab.

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Cool Geisha

Zutaten:

Nikka Coffey Gin
Choya Sake
Angostura Aroma Bitter

Zubereitung:

Fülle zuerst den Gin, Brombeerlikör und Zuckersirup in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker und schüttel kräftig. Seihe die Mischung in eine gekühlte Cocktailschale ohne Eiswürfel ab. Gib nun anschließend vorsichtig den vorher gekühlten Sake hinzu. Rühre zum Schluss gründlich und langsam um und gib einen Spritzer Angostura Bitter hinzu.

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Lost in Translation

Zutaten:

Ki No Bi
Akashi-Tai Tokubetsu Junmai Sake
Saint James Rohrzuckersirup

Zubereitung:

Gib Gin, Limettensaft, Kirschblütensirup, Zuckersirup und das Matcha-Tee-Pulver (alternativ deinen selbstgekochten Matcha-Tee) in einen mit Eis gefüllten Shaker und schüttel gründlich. Seihe die Mischung in ein mit Eiswürfeln gefülltes Longdrinkglas ab. Nun kommt der Sake hinzu, den du vorsichtig unterrühren sollst. Fertig!

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Saketini

Zutaten:

Etsu Gin
Akashi-Tai Tokubetsu Honjozo Genshu Sake

Zubereitung:

Wir möchten dich mit einem denkbar einfachen Drink entlassen. Wie bei den anderen Cocktails beziehungsweise Longdrinks in diesem Beitrag, musst du den Gin und den Sake nur in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker geben und die Mischung anschließend in ein vorgekühltes Shortdrinkglas abseihen.

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Wir hoffen, dir hat unser kleiner Streifzug durch die Welt des japanischen Gins gefallen. Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen, noch mehr über Gin-Spezialitäten aus anderen Ländern zu erfahren? Dann haben wir gute Nachrichten für dich: In unserem Blog findest du bereits einen Beitrag über den besten Gin aus Spanien. Aber auch für deine Hausbar haben wir das richtige. In unserem Blog findest du außerdem „Die besten Gin Sorten – guter Gin für deine Hausbar“.

Falls du dich stattdessen stärker für die japanische Kultur interessierst, könnte unser Beitrag über pinke Drinks genau das Richtige für dich sein. Dort erfährst du mehr über die Sakura, also die japanische Kirschblüte. Wie du nun weißt, ist sie nicht nur kulturell von großer Bedeutung, sondern spielt auch bei vielen japanischen Gins eine wichtige Rolle.

Hilfe bei der Zubereitung deiner Lieblingsrezepte und neuer Cocktails findest du rund um die Uhr in unserer Schüttelschule auf Youtube. Die Zutaten für die Rezepte kannst du jederzeit in unserem Onlineshop bestellen oder in der Essener Innenstadt in unserem Ladengeschäft erwerben. Unsere Kollegen beraten dich gerne!

CHEERS!

Dein Banneke Team

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