5 Cocktails, 4 Zutaten, 3 Minuten: Die Ohne-Shaker Edition

Cocktails

Viele trinken sehr gerne Cocktails. Fast alle Cocktailliebhaber würden gerne selber Cocktails machen, scheuen sich jedoch vor der Anschaffung des Equipments, der Spirituosen und weiterer Zutaten wie z.B. 15 verschiedenen Sirupsorten. Schlussendlich scheitert es oft an der Sorge, dass viel übrig bleibt, Shaker und Rührglas vertauben und nur Platz wegnehmen.

Dabei unbeachtet bleibt häufig, dass es eine ganze Bandbreite an Cocktails und ausgefallenen Longdrink gibt, welche keinen Shaker, kein Rührglas und auch keine Unmengen an Zutaten benötigen. Diese werden direkt im Glas zubereitet: Built In Glas nennt man diese Art des Mixens. Der Vorteil dieser Cocktails ist außerdem, dass sie häufig schnell und einfach zubereitet sind.

Wir haben uns für fünf verschiedene Cocktails entschieden, welche alle eine andere Spirituose als Basis besitzen. Wir werden an der einen oder anderen Stelle Tipps geben und Varianten zeigen. Zu jedem dieser Cocktails stellen wir auch ein Video bereit, sodass Sie die Cocktails direkt mit uns zusammen zubereiten können.

Dies sind die Cocktails, die wir Ihnen vorstellen möchten:

Durch Klicken auf diese gelangen Sie sofort zum jeweiligen Rezept. Schauen Sie sich aber ruhig alle Rezepte an, denn wie gesagt stellen wir auch immer noch Varianten der jeweiligen Drinks vor.

Unsere Regeln

Die Regeln sind, wie auch schon bei unserer 5-4-3: Whisky Edition, dass die Rezepte nicht mehr als vier Zutaten benötigen und – mit ein bisschen Übung – innerhalb von drei Minuten zubereitet sind.

ACHTUNG: Eis, Soda, Wasser und Zucker gelten dabei nicht als Zutat. Wir gehen davon aus, dass diese schlichtweg vorhanden sind, wenn man plant Cocktails zu machen. Hinsichtlich des Zuckers ist Rohrzucker oder üblicher Haushaltszucker gemeint. Zuckerwürfel gelten als Zutat, da diese meist extra angeschafft werden müssen.

Bevor Sie loslegen…

…ein paar Hinweise. Um Cocktails zu mixen, brauchen Sie einen sehr kleinen Messbecher. Ein Jigger, wie wir ihn in den Videos verwenden, ist natürlich ideal. Falls Sie einen anderen kleinen Messbecher haben, mit welchem sich geringe Mengen abmessen lassen, nehmen Sie gern weiterhin diesen.

Kein Muddler? Kein Stößel? Sie können die Zutaten auch mit einem Löffel, einer Gabel oder einem Nudelholz zerstoßen. Alternativ können die zu zerstoßenen Zutaten auch in einer Schüssel mit einem Kartoffelstampfer vorbereitet werden. Diese Methode eignet sich sehr gut, falls Sie größere Mengen vorbereiten möchten.

Wie viel und was ist ein BL? BL ist die Maßeinheit Barlöffel. Dieser ist eine Art flacher Teelöffel mit langem, gedrehtem Stil. Dieser ist äußerst praktisch, wird aber nicht unbedingt benötigt für die hier vorgestellten Cocktails. Optisch wirkt die Zubereitung jedoch deutlich professioneller, wenn Sie die Cocktails vor den Augen der Gäste zubereiten. Nehmen Sie als Maß schlichtweg einen Teelöffel (TL) statt eines Barlöffel (BL).

Los geht’s!



Vanilla Sky

Bereits optisch ist der Vanilla Sky ein kleines Highlight. Dieser Cocktail besteht in der Basis aus Wodka und Trauben. Ob Sie rote oder weiße Trauben verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache ist, dass diese kernlos sind. Der Vanilla Sky ist recht süß, eignet sich gut als Aperitif, aber auch als Drink in geselliger Runde.

Zutaten

  • 5cl Wodka – Empfehlung: Ketel One Vodka
  • 5-6 Trauben
  • 2cl Vanillesirup – z.B. von Monin
  • 1,5cl frischer Limettensaft
  • 1BL Rohrzucker (BL?)
  • Crushed Ice

 

Zubereitung

Trauben, Zucker, Vanillesirup und Limettensaft in ein hohes Glas (z.B. ein Longdrinkglas) geben. Mit einem Muddler oder einen Stößel (Kein Muddler oder Stößel?) gut zerdrücken. Das Glas zu 2/3 mit Crushed Ice auffüllen und kräftig umrühren. Mit weiterem Crushed Ice großzügig auffüllen und gegebenenfalls mit Trauben dekorieren. Mit einem Strohhalm und Picker/Holzstab servieren. Cheers!

 

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Horse’s Necke

Der Horse’s Neck ist vor allem in den Vereinigten Staaten ein sehr bekannter und ebenso beliebter Longdrink. Er lässt sich schnell zubereiten und kann variiert werden.

Zutaten

 

Zubereitung

Ein hohes Glas (z.B. ein Longdrinkglas) mit Eiswürfeln befüllen. Bourbon hinzufügen, mit Ginger Ale auffüllen und 1-2 Dashes Angostura Bitter hinzufügen. Mit einer Orangenzeste und einem Strohhalm servieren.

 

Varianten des Horse’s Neck

Der Horse’s Neck lässt sich sehr leicht variieren. Nutzen Sie doch einen anderen Bitter, z.B. einen Plum Bitter oder einen Orangenbitter. Experimentieren Sie mit verschiedenen Ginger Ales. Anstelle des Bourbons können Sie auch hervorragend einen gut gelagerten Rum verwenden.

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Bombay Crushed

Obwohl wir diesen Cocktail im Video mit Hilfe des Shakers zubereiten, kann man ihn auch hervorragend Built In Glass herstellen. Dieser lässt sich dann auch sehr gut für viele Gäste vorbereiten und schnell fertigstellen. Der Bombay Crushed ist auch optisch ein richtiger Hingucker. Anders als bei vielen Cocktails ist dieser auf einen bestimmten Gin, nämlich den Bombay Sapphire, ausgelegt.

Zutaten

 

Zubereitung

Kumquats mit Rohrzucker in ein weites, niedriges Glas (einen Tumbler) geben und kräftig mit einem Muddler oder Stößel zerstoßen (Kein Muddler oder Stößel?). Limettensaft und Gin hinzufügen. Das Glas zu ca. ¾ mit Crushed Ice auffüllen und gut umrühren. Glas mit Crushed Ice auffüllen, gegebenenfalls mit Kumquats und/oder einem Zweig Minze sowie einem Picker dekoriert servieren. Cheers!

 

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Negroni

Der Negroni ist ein absoluter Klassiker. Im Vergleich zu den anderen Drinks ist der Negroni ein bitterer und kräftiger Cocktail. Auch dieser ist ein klassischer Aperitifdrink, eignet sich aber auch für den Genuss am Abend auf der Veranda oder vor dem Kamin sehr gut. Für den Negroni verwendet man mehrere Spirituosen und verzichtet dafür auf viel Eis oder Filler. Diese Spirituosen können jedoch für eine ganze Reihe anderer Cocktails verwendet werden: Gin-Cocktails gibt es wie Sand am Meer, Wermut ist gerade richtig im Trend und wird z.B. auch im klassischen Martini Cocktail verwendet und mit Campari kann man sehr schnell und einfach eine ganze Reihe Cocktails zaubern wie den Americano oder den Boulevadier. Außerdem ist das Rezept des Negronis denkbar einfach.

Zutaten

Zubereitung

Außer der Orangenzeste alle Zutaten in ein niedriges, breites Glas (einem Tumbler) geben. Großzügig mit Eiswürfeln auffüllen und unter Rühren den Drink kalt werden lassen. Orangenzeste über den Drink eindrehen und ins Glas geben. Erneut kurz umrühren und servieren. Cheers!

 

Variante

Eine Variante, welche geschmacklich in eine ähnliche Richtung verläuft, ist der Americano (->zum Video). Für diesen verzichtet man auf den Gin und gibt einfach je 3cl roten Wermut und Campari in einen mit Eiwürfeln gefüllten Tumbler. Man kann nun direkt einen Schuss Sodawasser ins Glas geben oder ein Fläschchen Soda dazu servieren. In Beiden Fällen gehört auch hier eine Orangenzeste ins Glas. Cheers!

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Hot Buttered Rum

Da wir nun genügend kalte Varianten vorgestellt haben, wird es Zeit für etwas Wärmendes. Ideal ist ein Hot Buttered Rum: Er macht im Glas wirklich viel her und die Butter bringt einen kleinen Twist, der für viele zunächst ungewöhnlich ist, aber dem Drink eine wunderbar cremige Textur verleiht. Was Sie an Würze oder dekorativen Elementen in ihren Hot Buttered Rum geben, ist auch hier völlig ihrem Geschmack und Gewürzregal überlassen. Jedes hitzefeste Glas eignet sich zum Servieren. Am besten finden wir ein klassisches Teeglas oder ein Irish-Coffee-Glas. Wir empfehlen einen schön kräftigen Rum für dieses Rezept, im Idealfall einen jamaikanischen Rum.

Zutaten

  • 4cl Jamaica Rum – Empfehlung: Appleton Signature Blend Rum
  • 2-3BL Rohrzucker (BL?)
  • Butter
  • Heißes Wasser
  • Zitrusschalen, getrocknete Früchte, frische Zitrusscheiben, Nelken, Anis, Zimt…

 

Zubereitung

Zucker in ein hitzefestes Glas geben und mit wenig heißem Wasser unter Rühren auflösen. Rum hinzugeben und mit heißem Wasser auffüllen. Dekorative und geschmackliche Zutaten wie Zimt, Anis oder Zitrusschalen ins Glas geben. Ein Stückchen Butter (ca. 1-2BL) unter Rühren auflösen. Cheers!

 

Sommervariante

Im Sommer ist der Hot Buttered Rum ideal für den Tagesausklang wenn es allmählich kühler wird oder für verregnete Tage. Auf Zimt und Anis kann im Sommer verzichtet werden. Stattdessen eignen sich frische Zitronen- und Orangenscheiben und auch ein bisschen Ingwer.

Wintervariante

Im Winter kann auf klassische Weihnachtsgewürze zurückgegriffen werden wie eben Zimt, Anis oder auch getrocknete Zitrusfrüchte.

Weitere Varianten

Wer kein Freund von Rum ist, kann diesen Drink auch mit Whisky oder Bourbon zubereiten. Alternativ dazu – ohne Butter – ist der Hot Toddy (-> zum Video) ein wirklich schöner, heißer Drink auf Whiskybasis. Wer ein Freund von rauchigen Whiskys ist, übersteht die kalte Jahreszeit oder regnerische Sommer mit dem Le Père Bis (->Zum Video), einem heißen Cocktail aus rauchigem Whisky und Holunderblütenlikör.

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Wir hoffen, dass Sie mit diesen Cocktails nun richtig in Mix-Laune gekommen sind. Falls dies so ist und Sie sich nun doch eine eigene Hausbar zusammen stellen wollen, möchten wir Ihnen die folgenden Beiträge aus unserer Hausbar-Serie ans Herz legen:

Die Hausbar – Das Equipment

Die Hausbar – Bitters, Fillers und Co

Die Hausbar – Der Spirituosenguide

In diesem Sinne, CHEERS!

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