Geheimtipp: Deutscher Gin – Top 6 deutsche Ginmarken

Deutscher Gin
Gin

Goethe, Gartenzwerge und… Gin?

In den letzten Jahren hat der Gin ein echtes Comeback erlebt und sich vom Alt-Herren-Getränk zum hippen Trenddrink gemausert. Seitdem sind auf der ganzen Welt neue Marken und Produkte wie Pilze aus dem Boden geschossen, und das Gin-Land England hat einige Konkurrenz bekommen. Unter anderem auch von in Deutschland beheimateten Destillen. Doch was kann deutscher Gin wirklich?
Fest steht, dass deutsche Destillerien selbstverständlich auch jahrhundertelange Erfahrungen in der Kunst des Brennens vorweisen können. Zwar nicht Gin, dafür aber Korn wird hier bereits seit dem 15. Jahrhundert hergestellt. Bedenkt man außerdem, dass der Urvater des Gins, der Genever, seinen Ursprung in unserem Nachbarland den Niederlanden hat, erscheint deutscher Gin gar nicht mehr so exotisch. Um Ihnen zu zeigen, was die eigene Heimat tatsächlich in Sachen Gin zu bieten hat, wollen wir Ihnen nun unsere persönliche Top 6 deutscher Ginmarken vorstellen.

 

 

Deutscher Gin: unser 6 Empfehlungen

Zwar hat deutscher Gin nocht nicht den großen Sprung auf den internationalen Markt geschafft, dies tut seiner Qualität jedoch keinen Abbruch. Die Marken, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen, können allesamt mit der Konkurrenz aus England oder anderen europäischen Ländern mithalte. Sie bieten locker tolle Alternative zu Klassikern wie Gordon’s oder Tanqueray. Aber überzeugen Sie sich selbst!

Gar nicht affig: Monkey 47

Monkey 47 Dry Gin
Monkey 47 Dry Gin

Der bekannteste Gin aus deutschem Hause ist wohl Monkey 47, der erstmals 2008 von Alexander Stein und Christoph Keller auf den Markt gebracht wurde und bereits internationale Anerkennung gefunden hat. Seine Geschichte reicht jedoch noch ein bisschen weiter zurück: Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Brite Montgomery Collins in Deutschland stationiert, wo er im Berliner Zoo die Patenschaft für einen Javaneraffen übernahm. Schließlich im Ruhestand, ließ ihn der Affe wohl noch immer nicht los und so gründete er im Schwarzwald ein eigenes Gasthaus mit Namen „Zum Wilden Affen“, wo er Gin nach eigener Rezeptur verkaufte.

Dieses Rezept nun wurde Jahre später wiederentdeckt und von Stein und Keller auf den deutschen Markt gebracht. So lässt sich also der Affe im Namen erklären (zu Englisch: monkey), doch was hat es mit der Zahl 47 auf sich? Wer einmal einen zweiten Blick auf die Flasche wirft, der wird neben der originellen Bezeichnung „Schwarzwald Dry Gin“ auch auf den Alkoholgehalt von 47% aufmerksam. Außerdem kommen bei der Herstellung sage und schreibe 47 verschiedene Botanicals zum Einsatz, zu denen neben dem klassischen Wacholder auch Fichtensprosse, Akazienblüten oder Hagebuttenschalen gehören. Das Highlight ist allerdings die Schwarzwälder Preiselbeere, die diesem Gin seinen außergewöhnlichen Geschmack verleiht.

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Kulinarische Fusion von Nord und Süd: Gin Sul

Gin Sul
Gin Sul

Hergestellt wird der Gin Sul in Hamburg, genauer gesagt in der Altonaer Spirituosen Manufaktur, inspiriert wurde er jedoch von südlicheren Gefilden. Stephan Garbe, Gründer der Marke und waschechter Hanseat, verfiel auf einer seiner vielen Reisen der Schönheit Portugals und kreierte daraufhin einen herrlich aromatischen Gin, der das Beste aus dem kühlen Norden und dem feurigen Süden vereinen sollte. Ein deutscher Gin mit mediteranen Flair sozusagen.

So kommen hier vor allem Botanicals zum Einsatz, die auf der Iberischen Halbinsel beheimatet sind. Wacholder, Rosmarin, Piment, Lavendel, Rosenblüte, Koriander und Zimt bilden ein harmonisches Aromenprofil; der Clou ist aber wohl die Zistrose, die aus Portugal stammt und für den sommerlichen Charakter des Gins verantwortlich ist. Das bei der Destillation verwendete Wasser aus der Lüneburger Heide sorgt für eine harmonische Balance aus südlichen und nördlichen Aromen. In Portugal ist Gin Sul bereits ein echter Exportschlager, und ganz klar ein außergewöhnlicher deutscher Gin, der viel Potenzial hat. Besonders in Cocktails macht dieser Gin eine tolle Figur.

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Ein germanischer Heldenepos lebt weiter: Siegfried Gin

Siegfried Gin
Siegfried Gin

Ist man auf der Suche nach bestem Gin aus deutscher Manufaktur, kommt man wohl kaum an Siegfried vorbei. Wer sich mit germanischer Mythologie auskennt, dem dürfte der Name Siegfried nicht unbekannt sein. Die Marke hat sich hier von der Nibelungensage inspirieren lassen und ihr Produkt nach dem in Drachenblut badenden Helden benannt. Dies hat seinen Grund: Die Linde, deren Blatt Siegfried beim Baden auf den Rücken fiel, und somit für seine einzige verwundbare Stelle am ganzen Körper verantwortlich ist, spielt auch bei der Herstellung dieses deutschen Gins eine wichtige Rolle. Denn von den insgesamt 18 verwendeten Botanicals ist vor allem die Lindenblüte für den angenehm warmen Charakter von Siegfried Gin verantwortlich.

Inzwischen ist der deustche Gin Siggi, wie er von Fans liebevoll genannt wird, sicher kein Geheimtipp mehr. Mittlweile kan Gin Sul als deutscher Gin   bereits mit einer großen Bandbreite an internationalen Auszeichnungen glänzen. Nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Amerika und Australien wird er hoch geschätzt und ist eine ganz klare Empfehlung unsererseits: Wer bis jetzt Siegfried noch nicht probiert hat, sollte dies schnellst möglich  ändern.

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Fruchtig und floral: Ferdinand Gin

Ferdinand's Saar Dry Gin
Ferdinand’s Gin

Von den Herstellern selbst als Saar Dry Gin bezeichnet, ist der Gin der Marke Ferdinand mit den französischen G’Vine Sorten vergleichbar. Denn neben Botanicals wie Wacholder, Lavendel, Rose, Quitte, Hagebutte oder Ingwer werden für die Herstellung dieses deutschen Gins auch Riesling-Trauben verwendet, die in seiner Heimat an der Saar angebaut werden. Auch viele der anderen Botanicals stammen aus eigenem Anbau und ergeben in ihrem Zusammenspiel ein fruchtig-florales Profil.

Namensgeber war der königlich-preußische Forstmeister Ferdinand, der die Inspiration für diesen aus hauseigenen Zutaten gefertigten Gin war. Hier findet man eine tolle Balance aus süßen und bitteren Aromen. Die Marke Ferdinand verfügt außerdem über eine Bandbreite an eigenen Bittern, die in einem klassischen Gin und Tonic hervorragend mit der Spirituose harmonieren.

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Blaublütige Inspiration: Windspiel

Windspiel Gin
Windspiel Gin

Auch der Name dieses Gins wurde von einer großen deutschen Persönlichkeit inspiriert, wenn auch nicht sofort erkennbar. Windspiel bezeichnet nämlich eine Hunderasse, die am Hof von Friedrich dem Großen beliebt war. Was der Queen heute ihre Corgis sind, das waren für den „Alten Fritz“ damals seine Windspiele. Der große Herrscher war außerdem dafür verantwortlich, dass im 18. Jahrhundert die Kartoffel in Preußen angebaut wurde, die die Basis des Windspiel Gins darstellt. Nur beste Kartoffeln aus der Eifel werden für die Herstellung dieses Dry Gins verwendet.

Hier haben wir es auch mit einem etwas klassischeren Vertreter unter den Gins „Made in Germany“ zu tun. Windspiel muss nicht mit viel Schnickschnack von seinem puren Geschmack ablenken. Understatemete lautet hier das Schlagwort. Hauptsächlich Botanicals wie Wacholder, Koriander, Zitrone, Nelken und Lavendel verwendet.
Bereits international ausgezeichnet, kommt Windspiel Gin hierzulande noch immer nicht die gebührende Aufmerksamkeit zu. Dabei lohnt sich der Genuss des mehrfach mit Gold ausgezeichneten Gins alle Male. Dieser klassische Gin macht sich besonders gut in einem Gin und Tonic

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Eine Hommage an Afrika: Elephant Gin

Elephant Dry Gin
Elephant Gin

Wie der Name bereits verrät, wurde auch diese Gin-Kreation von exotischeren Gefilden inspiriert, genauer gesagt vom afrikanischen Kontinent. Elephant Gin wird in Hamburg produziert, aber legt großen Wert auf eine spirituelle sowie kulinarische Verbindung zu Afrika. Besonders was die Botanicals angeht, darf man sich hier auf einige Überraschungen gefasst machen. Die klassische Wacholderbeere geht hier eine ungewöhnliche und doch umso geschmackvollere Kombination mit afrikanischen Zutaten wie Buchu, Baobab und den abenteuerlich klingenden Aromen von Löwenschwanz oder Teufelskralle ein. Gleichzeitig werden aber auch heimische deutsche Äpfel als Botanicals verwendet, wodurch ein wahrlich unvergleichlicher Geschmack entsteht.

Elephant Gin ist sicherlich die ungewöhnlichste Variante auf unserer Liste, die man sich als Gin-Liebhaber jedoch keinesfalls entgehen lassen sollte, ob pur oder als Gin Tonic.  (Aber welches Tonic passt zu Elephant Gin?) Ein zusätzlicher Anreiz ist sicherlich die Tatsache, dass beim Kauf jeder einzelnen Flasche 15% des Gewinns an die Organisationen „Space for Elephants“ und „Big Life“ geht, die sich für den Schutz der Elefanten in Afrika einsetzen.

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Deutscher Gin und was es sonst so gibt

Sie wünschen sich ein wenig Abwechslung in der Ginlandschaft? Wenn Sie Ihren Martini (Welcher Gin für Martini? 5 Barkeeper Tipps) oder Gin Tonic einfach mal von einer anderen Seite kennenlernen möchten, dann greifen Sie doch zu einem der von uns vorgestellten deutschen Gins. Interessante Seiten zeigt der Gin auch immer als Mixzutat. Und diverse Drinks auf Ginbasis lassen sich auch wunderbar mit einem deutschen Vertreter kreieren. Probieren Sie den Negroni doch beispielsweise einmal mit Ferdinand Gin oder bereiten Sie sich einen würzig-aromatischen Red Snapper auf Basis von Siegfried Gin zu.

Weitere Inspirationen für verschiedene Cocktails und Longdrinks finden Sie zum Beispiel in unserer Schüttelschule und in unseren Blogbeiträgen „Die besten Longdrinks mit Gin“ und  „Die besten Cocktails mit Gin“

Wie wünschen fröhliches Ausprobieren und verbleiben mit CHEERS!

Ihr Banneke-Team

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