Sortenreine Weißweine – Fünf klassische Rebsorten

Rot oder weiß? Das ist die grundlegendste Frage beim Wein. Bei uns stehen heute sortenreine Weißweine im Fokus. Kommen Sie mit auf einen kleinen Rundgang durch die spannende Welt des weißen Rebensaftes. Wir verraten Ihnen, warum der Weißwein eigentlich weiß ist und natürlich, was seinen besonderen Geschmack ausmacht.

Aber Weißwein ist nicht gleich Weißwein. Von säurebetont mit leichter Grasnote bis zu vollmundig und würzig haben sortenreine Weißweine eine ganze Palette unterschiedlicher Geschmacksnoten auf Lager. Bei den zahlreichen Rebsorten, die allein in Deutschland angebaut werden, verlieren Anfänger leicht den Überblick. Deshalb stellen wir Ihnen fünf internationale Klassiker unter den weißen Rebsorten vor, aus denen traditionell sortenreine Weißweine hergestellt werden.

Falls Sie sich eher für Rotwein interessieren, haben wir auch für Sie die passenden Tipps parat. Im nächsten Teil unserer Weinsorten-Serie werden wir uns den sortenreinen Rotweinen zuwenden.


Wie wird der Weißwein zum Weißwein?

Weißwein wird aus weißen Trauben gemacht, Rotwein aus blauen – so denken viele und in den meisten Fällen stimmt es auch. Doch den eigentlichen Unterschied zwischen Weißwein und Rotwein macht nicht die Farbe der Trauben, sondern das Herstellungsverfahren. Der Traubensaft ist nämlich bei fast allen Rebsorten hell, auch wenn sie von außen dunkelviolett aussehen. Die Farbpigmente, die sogenannten Anthocyane, stecken allein in der Schale der Weinbeeren.

Für die Farbgebung des Weines ist daher wichtig, wie lange die ausgepressten Beerenschalen beim der Weinherstellung mit dem Most in Kontakt bleiben. Bei Weißwein werden die Trauben meist sofort nach der Lese ausgepresst. Danach wird der Saft vom sogenannten Trester – das sind die übriggebliebenen Schalen, Kerne und Stiele der Weintrauben – getrennt. Bei manchen Weißweinsorten bleiben die Schalen kurz im Traubenmost, jedoch maximal für 24 Stunden. Durch diesen Vorgang, den man Hülsenmaischung nennt, gelangen zwar einige zusätzliche Aromastoffe in den Wein, aber kaum Farbpigmente. (Zum Vergleich: Bei Rotwein gärt der Trester bis zu 30 Tage mit dem Traubenmost.) Deshalb wirken manche typischen Weißweinsorten wie Grauburgunder oder Gewürztraminer als Traube eher rötlich, obwohl der Wein eine blassgelbe Farbe hat.

deutscher Wein

Sogar aus tief graublau gefärbten Rebsorten lässt sich auf diese Weise Weißwein zaubern. In Frankreich bezeichnet man einen solchen Weißwein aus typischen Rotweintrauben als Blanc de Noir, also „Weißer aus Schwarzen“. Blanc de Noirs eignen sich ideal für Weinliebhaber, die die typischen Aromen eines Rotweins in einer weicheren und fruchtbetonteren Variante probieren möchten. Falls Sie selbst einmal einen solchen „Weißen aus Schwarzen“ probieren wollen, empfehlen wir den Mayschoss Blanc de Noir. Dieser sortenreine Weißwein von der Ahr wird aus Spätburgundertrauben gekeltert.

Der feine Geschmacksunterschied

Die Trennung von Most und Trester bewirkt noch einen weiteren Unterschied zum Rotwein: den geringeren Tanningehalt. Tannine sind natürliche Gerbstoffe, die vor allem in den Schalen, Kernen und Stielen der Weinbeeren vorkommen. Weil die tanninhaltigen Teile der Trauben kaum mit dem Most in Kontakt kommen, enthält Weißwein nur sehr wenige Tannine. Darum fehlen ihm weitgehend die herben, leicht bitteren Geschmacksnoten von Rotwein und das Gefühl des Zusammenziehens an Zunge und Gaumen, die sogenannte Adstringenz. Somit wirkt Weißwein meistens leichter, frischer und eleganter als sein roter Kollege. Wenn Sie also nicht viel für raue und bittere Aromen übrighaben, dann ist Weißwein wahrscheinlich die richtige Wahl für Sie.

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Fünf klassische sortenreine Weißweine

Nun stellt sich nur noch die Frage: Welcher Weißwein soll es sein? Diese fünf internationalen Rebsorten sollte jeder Weißweinfan kennen. Sie alle sind weltweit bekannt und werden für ihre hohe Qualität geschätzt. Zu jeder Rebsorte empfehlen wir natürlich einen charakteristischen Wein aus unserem Onlineshop. So können Sie sich gleich durch unsere sortenreinen Weißweine probieren und herausfinden, welche ihre neue Lieblingssorte wird.

Riesling – Diva aus Deutschland

Riesling wird in Deutschland nicht nur am häufigsten angebaut, er bringt auch überaus hochwertige sortenreine Weißweine hervor. Schon im späten Mittelalter war er als „Rüßling“ am Rhein bekannt. Wie alle wirklich edlen Gewächse ist der Riesling eine Diva und stellt hohe Ansprüche an seine Lage. Einerseits sind die Beeren sehr hitzeempfindlich, andererseits brauchen sie ausreichend Sonne. Daher stammt der beste Riesling aus kühleren Weinbauregionen, darf dort aber die besten Sonnenplätze an besonders warmen Steilhängen besetzen. Wenn die delikate Balance zwischen Wärme und Kühle gelingt, belohnt der Riesling seine Erzeuger mit einer temperamentvollen, spritzigen Säure. Außerdem zeichnen sortenreine Weißweine aus Rieslingtrauben sich durch eine mineralische Note aus, die leicht erdig, metallisch oder sogar salzig anmutet. Riesling lässt sich gut lagern und schmeckt nach fünf bis zehn Jahren zusätzlicher Reifung häufig noch besser.

Markus Molitor Schiefersteil Riesling

Beim Schiefersteil Riesling von Markus Molitor ist der Name Programm. Die Trauben für diesen Weißwein sind in den Steillagen hoch über der Mosel gewachsen. Das besondere Terroir gibt dem Markus Molitor Riesling sein einzigartiges Schieferaroma, dessen rauchige Nuancen an Feuerstein erinnern.  Die Ernte dieses unverwechselbaren Weißweins erfordert sorgfältige Handarbeit, denn das Gelände, auf dem er wächst, ist für Maschinen größtenteils unzugänglich. Sie können sich also sicher sein, dass die Trauben für den Schiefersteil Riesling von echten Winzerhänden gepflückt wurden – wie bereits vor Jahrhunderten.

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Chardonnay – Vielseitiger Weltenbummler

Chardonnay ist weltweit die populärste Weißweinsorte und in nahezu jedem Weinland auf dem Globus zu Hause. Ursprünglich stammt die Rebsorte aus dem französischen Burgund. Während des 17. Jahrhunderts reiste sie im Gepäck von Mönchen in die übrigen Länder Europas. Im 19. und 20. Jahrhundert trat der Chardonnay seinen Siegeszug in die ganze Welt an, unter anderem nach Australien, in die USA, nach Chile und Südafrika. Dabei kommt dem Chardonnay seine Anpassungsfähigkeit zugute. Die Rebsorte mag vor allem kalkhaltige Böden, kommt aber mit anderen Bodentypen ebenfalls gut zurecht. Im Gegensatz zum Riesling haben sortenreine Weißweine aus Chardonnay wenig typischen Eigengeschmack. Sie bestechen eher durch Vielseitigkeit. Die Aromenpalette von Chardonnay reicht von Rosenblättern und tropischen Früchten über Vanille und Nüsse bis zu Tee oder Tomaten. Eine Besonderheit von Chardonnay ist, dass er anders als die meisten Weißweine im Eichenfass ausgebaut werden kann. Dabei entstehen sehr körperreiche und vollmundige Kreationen mit cremigen Noten von Vanille, Butter oder Karamell. Allerdings eignet Chardonnay sich genauso gut für schlanke, frische Weine.

Drostdy-Hof Chardonnay

Dieser Chardonnay aus der Weinkellerei Drostdy-Hof wurde am Westkap Südafrikas geerntet. Damit repräsentiert er perfekt das internationale Flair der Weinsorte. Der Drostdy-Hof Chardonnay brilliert mit einem intensiven Zusammenspiel von Würze und Früchten. Er wird zwar nicht in Barriques ausgebaut, aber die Zugabe von Eichenholzchips während des Gärprozesses sorgt für die typischen, würzigen Eichenholznoten sowie eine köstliche Vollmundigkeit. Falls Sie stattdessen jedoch einen frischen, schlanken Chardonnay ohne Barriqueeinfluss bevorzugen, schauen Sie sich in unserem Onlineshop um.

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Sauvignon Blanc – Aufstrebender Neuankömmling mit pikantem Geschmack

Auf der weltweiten Beliebtheitsskala ist Sauvignon Blanc die Nummer zwei unter den Weißweinen – direkt nach Chardonnay. Wie viele Spitzenweine stammt er aus Frankreich, hat sich aber inzwischen in fast allen Weinanbauländern etabliert. Am deutschen Weinhimmel ist Sauvignon Blanc dagegen noch ein aufgehender Stern. Offiziell ist die Rebsorte erst seit 1999 in Deutschland zugelassen. Seitdem hat der spritzige Grüne aus Frankreich hierzulande eine steile Karriere hingelegt. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Anbaufläche von Sauvignon Blanc in Deutschland verdreifacht – Tendenz steigend. Er kann vor allem in Cuvées liebliche, sehr fruchtbetonte Weine hervorbringen. In trockenen Varianten kommen die typischen Aromen dieser Rebsorte aber erst voll zur Geltung. Sortenreine Weißweine aus Sauvignon Blanc sind bekannt für ihre feinherben Johannisbeer- und Stachelbeeraromen. Ähnlich wie Riesling besitzt er eine dominante Säure und leicht mineralische Noten. Für den typischen Sauvignon Blanc-Geschmack sind jedoch die sogenannten Methoxypyrazine verantwortlich. Hinter diesem komplizierten Namen verbergen sich Geschmacksstoffe, die auch in grüner Paprika oder Buschbohnen vorkommen. Sie verleihen dem Sauvignon Blanc ein leicht pikantes, „grünes“ Aroma.

Pouilly-Fume les Chailloux Silex

Der Pouilly-Fume les Chailloux Silex ist ein reinsortiger Sauvignon Blanc stammt nicht aus Deutschland, sondern aus seiner ursprünglichen Heimat, dem Tal der Loire in Frankreich. Bereits beim Einschenken steigen die typischen Stachelbeernoten in die Nase, begleitet von einem feinen Zitrusaroma. Zudem überzeugt der Pouilly-Fume Les Chailloux Silex mit einer ansprechenden Mineralität. Besonders gut schmeckt er gepaart mit Fischgerichten oder französischem Käse.

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Grauburgunder – der Rote unter den Weißen

Reife Grauburgundertrauben könnte man auf den ersten Blick mit Rotweintrauben verwechseln, denn sie haben die dunkelste Farbe von allen typischen Weißweintrauben. Diese spezielle Farbvariation zwischen blau und weiß verdankt sich einer Mutation des blauen Spätburgunders, die die Schalen der Weinbeeren heller machte. Wann genau der Spätburgunder sich in Grauburgunder verwandelte, lässt sich nicht mehr ergründen. Fest steht jedoch, dass sich diese traditionelle Rebsorte schon im Mittelalter in Europa verbreitete. Ihr Siegeszug in Deutschland begann 1711. Damals stieß Johann Seeger Ruland in einem verwilderten Weingarten zufällig auf Grauburgunderstöcke und züchtete die schmackhaften Trauben weiter. Nach ihm wird der Grauburgunder auch Ruländer genannt. Sein Geschmack ist relativ vielfältig und reicht von süßen Dessertweinen bis zu trocknen Varianten, wobei letztere heute bevorzugt werden. Fruchtige Aromen wie Birnen, Äpfel, Pfirsich oder Ananas hat der Grauburgunder in jeder Ausführung zu bieten. Außerdem besitzen reinsortige Weißweine aus dieser Rebsorte ein herrliches Aroma von Mandeln und grünen Nüssen. Je nach Ausbau und Herkunft können entweder herzhafte Kräuternoten, ein vegetativer Hauch von Gräsern oder würzig-süße Aromen von Trockenobst und Rosinen dazukommen.

Juliusspital Thüngersheimer Grauer Burgunder

Wenn Sie Grauburgunder mit all seinen Geschmacksnuance kennenlernen möchten, ist der Thüngersheimer Graue Burgunder eine ausgezeichnete Wahl. Dieses Juwel unter den reinsortigen Weißweinen stammt aus dem Juliusspital in Würzburg, dem zweitgrößten Weingut Deutschlands. Der Thüngersheimer deckt einen Großteil der typischen Grauburgunderaromen ab, von fruchtigem Steinobst über nussige Anklänge bis zu würzigen Noten. Noch dazu ist die traditionelle Bocksbeutel-Flasche ein echter Hingucker. Wenn Ihnen der Thüngersheimer Graue Burgunder geschmeckt hat, finden Sie in unserem Onlineshop eine große Auswahl weiterer reinsortiger Grauburgunder.

Gewürztraminer – Aromatisches Sensibelchen

Gewürztraminer wird wesentlich seltener angebaut als die anderen hier genannten Rebsorten. In Deutschland macht er nur ca. 1% der gesamten Rebfläche aus. Trotzdem sind wir der Meinung, dass der Gewürztraminer einen Platz unter unseren Klassikern der sortenreinen Weißweine verdient – vor allem wegen seines unverwechselbaren Aromas. Das opulente Bukett dieses Weines verlockt mit intensiven Noten von Rosenblättern und Veilchenduft. Dazu gesellen sich fruchtige Noten von Bitterorangen, Quitten oder Litschis sowie ein Hauch Muskat. Am Gaumen zeigt sich der Gewürztraminer ebenso reich und betörend wie in der Nase. Seine Säure wirkt immer sehr dezent, dadurch stehen die süßen Komponenten wie Honig und Marzipan besonders im Vordergrund. Allerdings braucht der Winzer viel Geschick und Erfahrung, um den einzigartigen Charakter des Gewürztraminers einzufangen. Die edle Rebe ist sehr wählerisch, was Boden und Lage betrifft. Dazu ist Gewürztraminer anfällig für Frost und Krankheiten, weshalb die Erträge oft gering ausfallen. Außerdem müssen die Trauben zum optimalen Zeitpunkt gelesen werden, damit sie das typische Gewürztraminer-Aroma entfalten. Aber für diesen seltenen Genuss lohnt sich die Mühe allemal.

Wolfberger Gewürztraminer

Unser Wolfberger Gewürztraminer stammt von der Kellerei Wolfberger aus Eguisheim im Elsass. In dieser Umgebung findet die empfindliche Rebe optimale Bedingungen vor. Schon der ansprechende, intensiv goldene Farbton macht Lust auf den ersten Schluck. Im Bukett wetteifern exotische Noten von Litschi mit elegantem Rosenduft. Am Gaumen offenbaren sich feinherbe Bittermandelnoten. Zugleich sorgt ein Spritzer Zitrusfrische dafür, dass der Wolfberger Gewürztraminer bei aller Vollmundigkeit nicht zu massig wirkt.

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Wir hoffen, unser Beitrag über reinsortige Weißweine hat Ihnen gefallen und Sie haben die ein oder andere Anregung bekommen. Mehr Informationen und Details über unser vielfältiges Angebot an Weißweinen finden Sie finden Sie in unserem Onlineshop oder Ladengeschäft in der Essener Innenstadt. Telefonisch erreichen Sie uns unter der Nummer 0201 247710. Rufen Sie bei allen Fragen zu gern an oder schicken Sie eine Mail an info@banneke.de.

Bis dahin verbleiben wir mit einem herzlichen 

CHEERS!

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