Italiens Weine – Eine kulinarische Entdeckungsreise!

Wein & Sekt

Denkt man an guten Wein, dann ist wohl Italien neben Frankreich oder Spanien eines der ersten Länder, die einem in den Sinn kommen – und das zurecht. Italien gilt zurzeit (2017) als weltweit größter Weinerzeuger. Die südeuropäische Republik kann mit einer großen Vielfalt an Stilen, Mikroklimata und einheimischen Rebsorten glänzen. Mit seinem gemäßigten, mediterranen Klima, viel Sonnenschein und vielen Hängen bietet Italien ideale Bedingungen für den Anbau von Wein. Bereits die antiken Griechen, die Italien kolonialisierten, nannten es „Oinotria“. Übersetzt bedeutet dies etwa so viel wie „das Land der an Pfählen gezogenen Reben“.

Trotzdem ist dem deutschen Verbraucher oft gar nicht klar, was er da eigentlich in Händen hält, wenn er zu einem Tropfen italienischen Ursprungs greift. Im Folgenden werden wir daher die wichtigsten Weinregionen des Bel Paese (->zu den Weinregionen) und ihre typischen Erzeugnisse detaillierter vorstellen.  Im Anschluss daran werden wir den Etikettierungs-Dschungel von italienischem Wein ein wenig durchleuchtet und Begriffe wie DOC oder DOCG (->zur Etikettierung) erklären.

Wie schmeckt italienischer Wein?

Diese Frage ist bereits nicht leicht zu beantworten. Sowohl Bodenbeschaffenheit wie auch Klima können in Abhängigkeit von der Region stark schwanken. Norditalien beispielsweise ist weniger vom Mittelmeer und deutlicher von der Nähe zu den Alpen beeinflusst. Die Winter sind hier kühl und mitunter frostig, während die Sommer lang und heiß und von einer hohen Luftfeuchtigkeit geprägt sind. In Mittelitalien herrscht vorwiegend mediterranes Klima, das sich durch milde Winter und trockene, warme Sommer auszeichnet. Die höchsten Temperaturen sind in Süditalien zu finden, wo im Sommer nicht selten 40°C vorherrschen. Die Winter dagegen sind kurz, mild und feucht. Schon allein diese klimatische Vielfalt macht es somit schwer, genau zu definieren, was „italienischer Wein“ ist.

Italien hat mehr zu bieten als nur die Toskana

Im Folgenden wollen wir Ihnen nun kurz die wichtigsten Weinregionen Italiens und deren bedeutendsten Weine vorstellen. Denn auch wenn die Toskana in unserer Auflistung gleich mit mehreren Qualitätserzeugnissen vertreten ist, lohnt sich doch der Blick über den Tellerrand und in die Vielfalt der italienischen Weine hinein.



Abruzzen

Montepulciano d'Abruzzo
Montepulciano d’Abruzzo

Beginnen wir gleich mit einer international eher wenig bekannten Region, den Abruzzen. Auch wenn sie nicht als eine der Topregionen in Sachen Weinanbau gilt, werden Erzeugnisse aus Abruzzen doch allgemein geschätzt. Diese sind nicht nur qualitativ gut, sondern weisen im Gegensatz zu Produkten anderer Regionen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Erwähnenswert ist auf jeden Fall der Montepulciano d’Abruzzo, ein Rotwein, der zu mindestens 85% aus der Rebsorte Montepulciano besteht und ein Jahr lang im Holzfass gelagert wird. Hieraus entsteht ein gefälliger Tropfen, der sich besonders durch das harmonische Zusammenspiel von fruchtigen und würzigen Aromen auszeichnet.



Apulien

Imprint Primitivo von A Mano

Die Region Apulien bildet den Absatz des italienischen Stiefels kann die größte Vielfalt in Sachen Rebsorten in Süditalien aufweisen. Dabei liegt der Schwerpunkt ganz klar auf Rotweinen, von denen einer der bekanntesten wohl der Primitivo ist. Ursprünglich aus Kroatien stammend, ist diese Rebsorte für elegant würzige Weine verantwortlich, die Aromen von Pfeffer, Nelken oder Zimt aufweisen können. Wir sind große Freunde des A-Mano IMPRINT Primitivo.

 



Emilia-Romagna

Lambrusco Codarossa
Lambrusco Codarossa

Die Region Emilia-Romagna mit ihrer Hauptstadt Bologna ist im Allgemeinen besonders für ihre deftige Küche bekannt. Hierher kommen sowohl der berühmte Parmaschinken, Parmesan, Mortadella oder das allseits beliebte Pastagericht Tortellini. Bei so vielen Köstlichkeiten kann der Wein nicht ganz mithalten. Mehr als etwa für Qualitätswein werden die Trauben der über 58.000 ha Rebfläche für die Herstellung des berühmten Balsamicoessigs aus Modena verwendet. Ein Wein, den man sich dennoch nicht entgehen lassen sollte, ist der Lambrusco, ein leicht schäumender, fruchtig-süßer Rotwein, der aus der gleichnamigen Traubensorte gekeltert wird. Wer zwischen den großen italienischen Rotweinen, die in der Mehrheit trocken und schwer sind, einmal ein wenig Abwechslung braucht, der wird sicherlich u.a. mit diesem Lambrusco von Albinea Canali glücklich.



Piemont

Lo Zoccolaio Borolo
Lo Zoccolaio Borolo

Neben der Toskana ist der Piemont mit die wichtigste Region, wenn es um Weinerzeugung geht. Die norditalienische Region mit Turin als Hauptstadt bringt vergleichsweise viele Qualitätsweine hervor. Erwähnenswert ist außerdem, dass das Piemont außerdem als Geburtsstunde des Wermuts gilt, der hier von Apotheker Antonio Benedetto Carpano im 18. Jahrhundert zum ersten Mal vertrieben wurde. Außerdem befindet sich hier die Stadt Asti, die für ihren Schaumwein Asti Spumante bekannt ist. Man kennt sich hier also aus mit allerlei Arten von Wein. Der berühmteste Wein der Gegend ist wohl der Barolo, ein trockener Rotwein, der als einer der besten Rotweine Italiens gilt. Hergestellt wird er ausschließlich aus Nebbiolo-Trauben, die in einer von elf ausgeschriebenen Gemeinden angebaut werden müssen. Außerdem lagert er für ganze 38 Monate, von denen er mindestens 18 im Holzfass verbringt.



Sizilien

Marsala DOC Fine
Marsala DOC Fine

Obwohl der Großteil der italienischen Qualitätsweine eher aus den nördlichen oder zentralen Regionen kommt, darf Sizilien nicht vernachlässigt werden. Gerade in den letzten Jahren hat dort ein wahrer Boom im Qualitätssegment stattgefunden und so müssen sich sizilianische Produkte längst nicht mehr hinter Erzeugnissen anderer Regionen verstecken. Außerdem verfügt Sizilien mit über 100.000 ha Rebfläche wohl über das größte Anbaugebiet Italiens. Einer der bekanntesten Weine ist der süße Dessertwein Marsala, wie der Marsala DOC Fine, der aufgrund einer langen Gärung einen hohen Alkohol- und Zuckergehalt aufweist und gerne als Aperitif oder aber zum Dessert getrunken wird.

Carrivali Nero D’Avola

Auch die Rotweinsorte Nero d’Avola hat es inzwischen zu internationalem Ansehen gebracht. Sein Geschmack ist vor allem geprägt von einem intensiven Aroma nach roten Früchten sowie angenehm würzigen Komponenten. Von ebenso kräftiger Farbe sind Weine aus Nero d’Avalo. Eine Anspielung auf die Farbe ist der Carrivali Nero d’Avola des sizilianischen Weingutes Agro Gento: Carrivali bedeutet rötlicher Fels.

 



Toskana

Chianti Rufina Riserva DOCG

Dunkelgrüne Zypressen, blühende Mohnfelder, üppige Weinberge – die malerische Landschaft der Toskana ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch Heimat einiger der besten Weine der Welt. Und das nicht erst seit gestern. Die ersten Familien, die sich durch Weinanbau einen Namen machten, kamen hierher: Frescobaldi und Antinori sind auch heute noch Garant für erstklassige Produkte. Ganz besonders der Chianti, z.B. von der Winzerfamilie Marchesi de Frescobaldi erfreut sich international großer Beliebtheit. Dabei handelt es sich um eine geschützte Herkunftsbezeichnung und nur Wein, der in den Chianti-Gebieten angebaut wird, darf diesen Namen tragen, ähnlich dem Champagner aus Frankreich. Der Rotwein zeichnet sich besonders durch seinen harmonischen und fruchtigen Geschmack aus und muss zu mindestens 70 % aus der Sangiovese-Traube erzeugt sein.

Brunello Di Montalcino DOCG

Ein Wein, der in unserer Liste definitiv auftauchen muss, ist der Brunello di Montalcino. Zusammen mit dem Barolo und dem Amarone bildet er das Dreigestirn der großen italienischen Rotweine. Hergestellt wird er zu 100% aus der Traubenart Sangiovese Grosso, die auch als Brunello bekannt ist. Außerdem muss ein solcher Wein mindestens zwei Jahre Lagerung in Eichenfässern hinter sich haben und anschließend vier Monate in der Flasche gereift sein. Daraus entsteht ein herber und intensiver Rotwein, wie beispielsweise der Brunello di Montalcino DOCG aus dem Hause Il Poggione. Dieser ist ein hervorragenden Begleiter zu allerlei deftigen italienischen Fleisch- und Pastagerichten.

Tignanello Toscana IGT
Tignanello Toscana IGT

Ein vergleichsweise junger Wein ist der Tignanello, der erst in den 1970er Jahren entstand. Auf unserer Liste darf er nicht fehlen, markiert er doch die Modernisierung des italienischen Qualitätsweins und wird nicht selten unter der Bezeichnung Supertoskaner geführt. Das traditionsreiche Familienunternehmen Antinori vermarktet seinen Tignanello bewusst als IGT-Wein, obwohl er im DOGC-Gebiet Chianti Classico angebaut wird.

 



Venetien

Amarone Della Valpolicella
Amarone Della Valpolicella

Zu guter Letzt darf natürlich auch Venetien in unserer Liste nicht fehlen. Die Region weist in sich bereits eine große Vielfalt an Weinstilen auf, da sie auf der einen Seite eine weite Küstenregion besitzt, im Norden jedoch von Gebirgszügen gesäumt wird. Während der Anteil an bedeutenden und hochwertigen Weinen im Vergleich zur Quantität vergleichsweise eher gering ist, so gibt es doch einen Wein, der ganz klar aus der Masse heraussticht. In dem Gebiet der Valpolicella wird u.a. der Amarone della Valpolicella angebaut. Dieser ist ein eher schwerer Rotwein, dessen Aromen reich und üppig sind. Außerdem hat er einen vergleichsweise hohen Alkoholgehalt. Seine charakteristische Bitternote verleiht ihm seinen Namen: amaro ist die italienische Bezeichnung für bitter. Er gilt ganz klar als einer der ganz großen Weine Italiens, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.



Fest steht, dass man hier von ausgezeichneten Rotweinen höchster Qualität bis hin zu süßen Weißweinen der unteren Preiskategorie alles finden kann. Das Etikettierungssystem existiert in Italien noch nicht so lange. Das mag damit zu erklären sein, dass der Export von Wein dort erst seit wenigen Genrationen üblich ist. Die Herstellung und der Genuss von Wein sind so fest in der Landeskultur verwurzelt, dass der Wein oftmals zum sofortigen Konsum direkt in die Städte transportiert wurde. Nur selten wurde er überhaupt vor Ort in Flaschen umgefüllt, und wurde ein Tropfen doch einmal exportiert, so wurde er oft von Großhändlern verschnitten.

DOC? DOCG? – Etikettierung italienischer Weine

Erst seit den 1960er Jahren bestehen Qualitätsbezeichnungen wie DOC und DOCG, deren Bestimmungen in den 1990er Jahren wie 2009 noch einmal erneuert wurden. Hier nun ein kurzer Überblick:

DOC

Die Abkürzung DOC bedeutet Denominazione di Origine Controllata, also eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung, die etwa mit dem deutschen Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) oder dem französischen Appellation d’origine contrôlée (AOC) vergleichbar ist.

DOCG

Diese Bezeichnung stellt eine Steigerung der DOC dar und steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita, was übersetzt so viel bedeutet wie kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung. Weine mit diesem Gütesiegel können sich als die besten Weine Italiens rühmen und sind vergleichbar mit deutschem Prädikatswein. Ein entscheidendes Kriterium hierbei ist auch, dass die Weine vor Ort auf Flaschen gezogen werden muss. Da für dieses Etikett die meisten Regeln zu beachten sind, befinden sich diese Weine auch in einer höheren preislichen Kategorie.

  • Seit der EU-Weinmarktverordnung von 2009 werden diese beiden Bezeichnungen unter dem Begriff Denominazione di Origine Protetta (DOP) DOC und DOCG gelten trotzdem weiterhin und werden auch von Winzern gerne noch verwendet, um Qualitätsabstufungen zu markieren.

IGT

IGT steht für Indicazione Geografica Tipica und bezeichnet Landweine, die typische Merkmale einer Region aufweisen. Vergleichbar ist diese Bezeichnung in etwa mit deutschem Landwein bzw. französischem Vin de Pays. Im Zuge der EU-Weinmarktverordnung wurde diese Bezeichnung in Indicazione Geografica Protetta (IGP) umgewandelt, häufiger findet man aber noch IGT. Beides bezeichnet jedoch dieselbe Art von Wein.

Vini di Tavola

Hierunter werden normale Tafelweine gefasst, die lediglich nach den gesetzlichen Mindeststandards hergestellt sein müssen. Daher genießen sie nicht den besten Ruf, werden selten ins Ausland exportiert, in Italien selbst aber gerne zu Tisch getrunken. Tatsächlich sind diese oftmals besser als ihr Ruf.

Generell muss angemerkt werden, dass die Verwirrung um das italienische Etikettierungssystem vor allem daher rührt, dass, anders als beispielsweise in Frankreich, die alten Bezeichnungen noch immer neben den neuen verwendet werden dürfen. Denn es gilt der Bestandsschutz, und noch heute findet man gerade DOCG und DOC noch sehr häufig, da die Zusammenfassung in der Kategorie DOP keine Eins-zu-eins-Umsetzung ist.


Wir hoffen, dass wir Ihnen die Welt der italienischen Weine ein wenig näher bringen konnten. Vielleicht haben Sie ja sogar schon den ein oder anderen Wein im Blick, welcher ihr neuer Liebling werden könnte.

In diesem Sinne: CHEERS!

 

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