Whiskeyliköre

Whiskeyliköre

Whiskeyliköre erfreuen sich gerade angesichts der anhaltenden Weiterentwicklung und Veredelung von Single Malts und Whisk(e)ys wachsender Beliebtheit. Schon längst begeistern sie nicht mehr nur Freunde süßer Genüsse. Die Vielfalt der verfügbaren Whisk(e)ys für Blends und auch Liköre ist enorm. Aufgrund ihrer delikaten und komplexen Aromatik konnten die Hersteller ganz unterschiedliche Likörvarianten entwickeln, die teilweise schon an eine sehr lange Tradition anknüpfen. Auf jeden Fall ist diese populäre Kategorie immer für einige Überraschungen gut, deshalb freuen wir uns darüber, dass Sie sich mit uns eine Reise in die Welt der Whisk(e)yliköre begeben. Der Buchstabe E in Whiskey ist ein Hinweis darauf, dass Liköre auf der Grundlage dieser Spirituose längst keine schottische Eigenheit sind. Vielmehr schließt unser breites Angebot an Likören in diesem Segment Liköre aus Schottland, Irland, den USA und auch aus Deutschland und der Schweiz mit ein.

Geschichte der Whiskeyliköre

Die Geschichte der Whiskeyliköre ist fast so alt wie die Praxis der Destillation von Whisky selbst. Schließlich wurden die Destillate anfangs besonders gerne mit Kräutern, Beeren und Früchten aromatisiert und mit Honig gesüßt. Hier deutet sich übrigens eine Parallele zu Vodka an, der sich erst im 18. Jahrhundert zu einer klaren Spirituose entwickelte. Davor wurde er besonders gerne mit Kräutern oder Wurzeln verfeinert, eine Tradition, die sich bis heute in den polnischen Spezialitäten Grasovka und Zubrowka wiederfindet, die beide mit Büffelgras aromatisiert sind. Im 15. Jahrhundert entstand in Ostpreußen ein Likör aus hochprozentigem Alkohol und Honig, der mit verschiedenen Gewürzen verfeinert wurde: Bärenfang. Der Honey & Bourbon von Bärenjäger, einer deutschen Honiglikörmarke dürfte hiervon inspiriert worden sein. Der Name Bärenfang bzw. Bärenjäger wird häufig damit erklärt, dass die heute als Likör beliebte Mischung einst Bären von den Bienenstöcken ablenken sollte.

Auch in Schottland experimentierten die Brennmeister des Mittelalters mit verschiedensten Zutaten. Im Ergebnis sind beispielsweise Rezeptbücher mit medizinischen Kräutermischungen erhalten geblieben, deren medizinische Wirkstoffe durch Mazeration in Alkohol gelöst und konserviert wurden. Zur Entwicklung der technischen Grundlagen, der Rezepte und ihrer Überlieferung trugen maßgeblich Klöster bei. Im 18. Jahrhundert war der Genuss von Whisky dann so weit verbreitet, dass Liebhaber mit verschiedenen Geschmacksrichtungen experimentierten. Beliebt wurde eine Mischung aus verschiedenen Kräutern und Gewürzen mit Zitrusfrüchten und Honig. Auch Milch war eine beliebte Zugabe zu Whisky. Neben dem auserlesenen Genuss hatte eine solche Verfeinerung auch praktische Gründe, denn schließlich war eine Veredelung durch Fassreifungen, wie wir sie heute so zu schätzen wissen, zur damaligen Zeit kaum bekannt. Die mildernden Zugaben sollten den Whisky geschmeidiger machen und den rauen Charakter des frischen Destillats für den Genuss abrunden.

Der Klassiker: Drambuie

Zu den klassischen Vertretern der Whiskeyliköre zählt Drambuie, bei welchem Grainwhiskys aus der schottischen Region Speyside mit Kräutern und Heidehonig verfeinert werden. Als besonders aromatischer Honig wird Heidehonig überaus geschätzt und empfiehlt sich deshalb für Liköre. Der auserlesenste Whiskeylikör des Hauses ist der 15-Jährige Drambuie, den es in einer herkömmlichen und einer trockeneren und eleganteren Variante gibt, die beide auf Malt Whiskys basieren.

Die Vorlage für das Rezept für Drambuie geht der Legende nach auf Bonnie Prince Charlie zurück. Dieser Prinz aus dem Hause Stuart ist eng mit den schottischen Unabhängigkeitskämpfen verbunden. Die Entscheidungsschlacht auf dem Schlachtfeld von Culloden östlich von Inverness endete im Jahr 1746 jedoch mit dem Sieg der englischen Truppen. Auf einer monatelangen Flucht gelang es Bonnie Prince Charlie auf abenteuerliche Weise, an den Engländern vorbei nach Frankreich zu entkommen. Das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld dürfte seiner Flucht nicht besonders förderlich gewesen sein. Umso dankbarer zeigte sich der Adelige gegenüber der Familie MacKinnon, die ihn auf der Insel Skye vor seinen Häschern versteckte. Als Anerkennung für diesen Dienst verschenkte er das Rezept des heute weltbekannten Whiskeylikörs an seine Helfer und die MacKinnons sollten die Marke Drambuie später zu weltweiter Bekanntheit führen. Das Gälische Wort Drambuie bedeutet übrigens so viel wie -Trank, der Zufriedenheit schafft- und ist mit Sicherheit auch eine Anspielung auf den Trost, den Bonnie Prince Charlie auf Skye fand.

Drambuie ist ein herrlicher Digestif, der gerne pur oder auf Eis getrunken wird, was sich auf viele Whiskeyliköre übertragen lässt. Mit dem -Rusty Nail- besitzt Drambuie allerdings einen eigenen Cocktail, der auf Scotch und Drambuie im Verhältnis 1:1 basiert – je nach Geschmack können Sie auch das Verhältnis 2:1 probieren. Beide Komponenten werden in einem Rührglas auf Eis gerührt, dann in einen Tumbler auf Eis abgeseiht und abschließend mit einer Orangenzeste garniert. Fertig ist der -Rusty Nail-. In unserer Schüttelschule stellen wir Ihnen dieses Klassiker gerne vor:

 

Große Vielfalt

Der schottische Malt Whisky Liqueur Stroma von Old Pulteney legt eindrucksvoll Zeugnis von der Kunst des Brennens und Vermählens von Whisky ab, die schließlich in der Veredelung durch eine geheime Mischung an Kräutern und Gewürzen mündet. Auf Honig, Kräuter und Gewürze setzten die irischen Vertreter Irish Mist und Bushmills Irish Honey. Nachdem auch die bayerische Obstbrennerei Lantenhammer am Schliersee mit großem Erfolg in die Herstellung von Whisky eingestiegen ist, war es nur konsequent, die Liebhaber mit einem Whiskeylikör der Marke Slyrs zu beglücken. Nicht zuletzt hat die schweizer Rugen Distillery in Interlaken das Sortiment ihres Premiumwhiskys um einen harmonisch ausgewogenen Whiskeylikör erweitert. Beide wurden mit Kräutern und Gewürzen verfeinert und weisen ein sanftes Mundgefühl mit einer seidigen Textur auf, wie es für Liköre typisch ist. Im Vergleich zu Whisky leuchten Whiskeyliköre meist in einem noch kräftigeren Goldton.

Stark vertreten sind die US-amerikanischen Marken. Neben dem Jim Beam Honey und dem Jack Daniel’s Tennessee Honey leuchtet der Wild Turkey American Honey, ein Likör auf der Basis von Kentucky Straight Bourbon, der mit Honig verfeinert ist. Bei allen dreien stehen delikate Honigaromen im Vordergrund, die sich wunderbar zu den Vanillenoten gesellen und die feinwürzigen Anklänge des Eichenholzes abrunden. Der feurig-scharfe Fireball setzt auf kanadischen Whisky und das würzige Aroma von Zimt. Damit verkörpert er das Motto -Tastes like heaven, burns like hell- und hat sich zu einem beliebten Likör für die kalte Jahreszeit entwickelt.

Neben Whiskeylikören, bei denen Honig im Vordergrund steht oder die weiter mit Kräutern und Gewürzen verfeinert wurden, gibt es eine Unterkategorie, die auf süßliche Fruchtaromen und frische Zitrusakzente setzt. Glayva fügt der sorgfältig komponierten Gewürzmischung, die u. a. Zimt, Ingwer- und Anisaromen enthält noch eine Idee Mandeln und frische Tangerinen hinzu. Das Rezept von Ronald Morrison, eines schottischen Whisky-Händlers aus Edinburgh, liefert einen geschmeidigen und wunderbar ausgewogenen Whiskeylikör. Seit seiner Einführung im Jahr 1947 ist Glayva unverändert und zählt neben Drambuie zu einem der Klassiker schlechthin – schließlich bedeutet der gälische Begriff Glayva so viel wie -sehr gut-. Na dann: sláinte!

Frischer Wind

Für frischen Wind hat in der Vergangenheit vor allem der amerikanische Produzent Jim Beam mit seinem Red Stag gesorgt. Für die Herstellung wird Jim Beam Bourbon durch eine Infusion mit dem Aroma von schwarzen Kirschen versehen, was zu einem unglaublich fruchtigen Ergebnis führt.

Der Apple Bourbon von Berentzen ist ein eindrucksvoller Beweis für die große Innovationsfreude des deutschen Traditionsunternehmens aus Haselünne. Für seine Herstellung wird hochwertiger Apfelkorn von Berentzen mit echtem Bourbon verfeinert.

Southern Comfort ist ein überaus erfolgreicher Klassiker, der eine Ursprünge im französischen Viertel von New Orleans hat, wo er bereits im Jahr 1874 kreiert wurde. Im Grunde genommen erinnert die Geschichte an die Abmilderungen ungereifter Whiskys im Mittelalter. Der Bartender Martin Wilkes Heron wollte seinen Gästen einen geschmeidigen Drink bieten und so experimentierte er mit seinen Lieblingsfrüchten und einigen ausgewählten Gewürzen. Ursprünglich taufte Heron seinen Cocktail auf den Namen -Cuffs and Buttons-, erst später wandelte sich der Name in Anlehnung an sein geschmeidiges Geschmacksprofil zu Southern Comfort. Heute wird Southern Comfort aus Auszügen von Whiskey, Pfirsichen, Orangen und Gewürzen wie zum Beispiel Zimt gewonnen, die ihm sein ganz individuelles Aroma verleihen. Streng genommen handelt es sich zwar nicht um einen Whiskeylikör, ein bourbonähnliches Aroma mit kräftigen Vanillenoten zeichnet ihn auf alle Fälle aus.

Hot Irishman Irish Coffee ist eine optimale Grundlage für den klassischen Hot Drink Irish Coffee. Dazu geben Sie einfach 4cl Hot Irishman Irish Coffee in ein Glas, füllen es mit heißem Wasser auf seien anschließend eine Haube aus leicht angeschlagener Sahne mit einem Fettanteil von 30% darauf ab. Die Sahne sollte nicht zu kurz und nicht zu lange geschlagen werden. Dann wird sich die Sahne in einer getrennten Schicht geschmeidigen über den Drink legen, sodass sich ein sehr schöner Schwarz-Weiß-Kontrast abzeichnet. Hot Irishman liefert einen Irish Coffee von gleichbleibend hoher Qualität, erleichtert Ihnen die Arbeit und hilft, wertvolle Zeit zu sparen.

Der Erfinder des orgininal Irish Coffee ist Joe Sheridan, der damit schon Anfang der 1940er-Jahre die Gäste eines Restaurants am Flughafen Shannon überraschte. Von dort aus trat der Hot Drink eine beeindruckende Weltreise an und gelangte im Café Buena Vista in San Francisco erst zu richtiger Berühmtheit. Mit seiner Kreation leistete Sheridan den irischen Whiskeyherstellern einen unschätzbaren Dienst. Wie Sie das Original zu Hause selbst mixen, erfahren Sie in unserer Schüttelschule:

Viel Spaß beim Entdecken der vielfältigen Whiskeyliköre und probieren Sie doch eines der Rezepte aus! Liköre machen sich immer gut als Geschenke. In unserem Ladenlokal beraten wir Sie gerne.

Sláinte,

Ihr Banneke Team