Kann Alkohol schlecht werden?

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Banneke Bannekes Blog Hausbar

Mit dem Alter werden viele alkoholische Getränke besser. Das gilt aber nicht für alle Spirituosen. Nicht jede Flasche widersteht dem Zahn der Zeit. Aber kann Alkohol schlecht werden? Dieser Frage werden wir heute nachgehen. So viel sei schon einmal verraten: Ab dem Öffnen der Flasche tickt die Uhr. Die Frage nach der Haltbarkeit ist also nicht unwichtig, gerade, wenn Sie Getränke an andere ausschenken. Wir haben uns deshalb genauer angeschaut, wann und warum Spirituosen schlecht werden können. Dabei gehen wir auch auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Getränken ein. Zum Schluss gibt es einige Empfehlungen aus unserer Reihe neuester Artikel von uns. Bei diesen Produkten müssen Sie sich nicht um die Haltbarkeit sorgen. Wieso? Weil sie so lecker sind, dass Sie sie noch weit vor dem Verfallsdatum austrinken werden.



Kann Alkohol schlecht werden, wenn die Flasche zu bleibt?

Die meisten Spirituosen wie Whiskey, Brandy, Rum, Gin, Tequila und Wodka sind ungeöffnet fast unbegrenzt haltbar. Sie enthalten wenig Zucker und können ungeöffnet nicht oxidieren. Der hohe Alkoholgehalt ist ohnehin kein guter Nährboden für Bakterien.

Flaschen mit einem Korkverschluss können theoretisch nach einer Zeit Schimmel ansetzen, das ist aber ziemlich unwahrscheinlich. Wie immer sollten Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten lassen: Wenn Sie in Ihrer Spirituose etwas Verdächtiges sehen, zum Beispiel Schimmel oder schwimmende Teilchen, die vorher nicht da waren, werfen Sie sie weg.

Aber warum kann Alkohol schlecht werden? Es gibt drei Hauptfaktoren, die die Qualität von Spirituosen mit der Zeit beeinträchtigen können: Licht, Temperatur und Luft. Wenn Spirituosen über einen längeren Zeitraum dem Tageslicht ausgesetzt sind, können sie an Farbe verlieren. Farbveränderungen sind auch ein Anzeichen für Geschmacksveränderungen. Ebenso können Temperaturschwankungen ein organisches Molekül, das so genannte „Terpen“, abbauen, was den Geschmack verändert. Und schließlich kann der Kontakt mit Luft zur Oxidation führen und den Geschmack beeinflussen.

Wenn Sie Spirituosen bei mäßiger Temperatur und vor direktem Licht geschützt lagern, sind die meisten jedoch jahrzehntelang haltbar.

Wie lange halten sich geöffnete Flaschen?

Sobald man eine Flasche öffnet, beginnt die Oxidation. Deshalb werden die meisten harten Spirituosen innerhalb von ein oder zwei Jahren „schlecht“. Gemeint ist damit nicht, dass die Getränke schimmeln, giftig werden oder gerinnen. Gemeint ist, dass der Grad der Oxidation den Geschmack und die Qualität so stark beeinträchtigt, dass man sie am besten gar nicht mehr trinken sollte. Die beste Lösung ist natürlich, die Flasche auszutrinken und sich gegebenenfalls von ein paar guten Freunden helfen zu lassen. Stellen Sie dann unbedingt auch die Reste mit auf den Tisch. Der Alkohol verfällt nämlich umso schneller, je leerer die Flasche wird. Denn dann befindet sich in der Flasche mehr sauerstoffhaltige Luft, die die Oxidation und den Verfall beschleunigt. Wie lange eine angefangene Flasche sich noch hält, hängt vom Getränk ab. Im Folgenden finden Sie eine kurze Erklärung zu den unterschiedlichen Spirituosen.

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Die unterschiedlichen Spirituosen

Klare Spirituosen

Kann Alkohol schlecht werden, wenn kaum Botanicals vorhanden sind? Nun, das ist zumindest ein ausschlaggebender Punkt. Wodka hält sich ungeöffnet Jahrzehnte, weil er eine einfache, stabile Spirituose ist. Er enthält also nur wenige Stoffe und Chemikalien, die überhaupt schlecht werden können. Aber keine Flasche ist perfekt hermetisch verschlossen. Es besteht immer ein gewisser, wenn auch geringer, Kontakt mit der Außenluft. Nach etwa 40 oder 50 Jahren hat eine ungeöffnete Flasche Wodka aufgrund einer langsamen, gleichmäßigen Oxidation so viel an Geschmack und Alkoholgehalt verloren, dass sie als abgelaufen gilt. Es kann aber auch 100 Jahre dauern. Aber wo überlebt ein guter Wodka überhaupt so lange? Bei uns jedenfalls nicht. Auch mit der geöffneten Flasche passiert nicht viel. Sie hält sich immer noch etwa 10 bis 20 Jahre.

Tequila und Gin halten sich nach dem Öffnen noch ungefähr ein Jahr. Beachten Sie, dass Gin im Gegensatz zu Wodka von einer Vielzahl an Geschmacksnuancen durch die verwendeten Botanicals lebt. In Sachen Aromenabbau hat Gin also viel mehr zu verlieren. Deshalb hält sich Wodka so viel länger als Gin.

Whisky, Rum, Brandy und Likör

Auch Whisky hält sich ungeöffnet nahezu ewig. Geöffnet hält er sich allerdings nicht länger als ein bis zwei Jahre – wenn die Flasche halb voll ist. Wenn sie zu einem Viertel oder weniger gefüllt ist, hält sich der Whisky etwa sechs Monate. Je weniger Flüssigkeit in der Flasche ist, desto mehr Sauerstoff ist vorhanden. Und je mehr Sauerstoff, desto schneller oxidiert der Whiskey und desto schneller kann er schlecht werden. Das wissen Sie ja schon. Mit der Zeit wird auch hier der Geschmack weniger intensiv. Bei Rum ist es ähnlich. Sobald die Flasche angebrochen ist, sollten Sie sie innerhalb von einem halben Jahr verzehren. Nun, es gibt Schlimmeres.

Auch ungeöffneter Brandy wird nicht schlecht, wenn er vor Hitze und Licht geschützt wird. Nach dem Öffnen hat eine Flasche noch etwa ein bis zwei Jahre Zeit, bevor sie an Geschmack und Qualität verliert. Liköre und Schnäpse wie Grand Marnier, Drambuie und Midori verderben jedoch viel früher. Denn sie enthalten Zucker und andere flüchtige Bestandteile. Der angegebene Zuckergehalt auf dem Etikett ist also ein guter Anhaltspunkt für die Haltbarkeit. Je mehr Zucker ein Alkohol enthält, desto schneller wird er verderben. Vor allem, wenn er geöffnet wurde. Viele Liköre und Schnäpse, wie Cremeliköre, können ab einem Jahr nach dem Öffnen verderben. Sein Sie hier besonders vorsichtig, unter Umständen kann das schon nach wenigen Monaten passieren..

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Unsere Empfehlungen

Immer wieder kommen brandneue Artikel in unser Sortiment. Eine kleine Auswahl unserer neuesten Produkte möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen. Bei keinem dieser Getränke müssen Sie sich sorgen, dass etwas übrigbleiben könnte, soviel sei gewiss.

135 East Hyogo Dry Gin

135 East Hyogo Dry Gin135 East Hyogo Dry Gin ist ein Produkt der Kaikyo Brennerei aus der Hyogo Präfektur, die dem Gin seinen Namen gab. Die Zahl 135 verweist auf den Längengrad, auf dem die Brennerei mit Sitz in Akashi liegt. Auf der Zutatenliste des Produkts aus Japan stehen acht Botanicals. Natürlich dürfen Wacholderbeeren und Koriander als typische Zutaten eines London Dry Gin nicht fehlen. Das Besondere sind aber die japanischen Botanicals, die man im Westen wohl kaum finden wird. Dazu gehören Sencha, Sansho-Pfeffer oder Ume, eine japanische Frucht. Die Destillation jedes Botanicals erfolgt jeweils separat mit dem hauseigenen Sake. Erst kurz vor der Abfüllung vermählen sich alle Destillate zum 135 East Hyogo Dry Gin.

So entstehtam Ende ein vorzüglicher japanischer Gin, der die Aromen von Minze und Limette sowie Wacholder und Kümmel auf unnachahmliche Weise verbindet. Ein Hauch Sansho-Pfeffer verleiht der Komposition einen pikanten Kick. Später kommt am Gaumen der Sencha hinzu, der dem Geschmack einen cremig-geschmeidigen Anstrich gibt. Auch eine Spur Ingwer kann sich nicht verstecken. Im Finale präsentiert der 135 East Hyogo Dry Gin eine anhaltende zitrischer Süße, die von der Yuzu-Frucht herrührt. Probieren Sie diesen hervorragenden Gin aus Japan entweder pur oder als Basis für alle möglichen Mixgetränke.

Aberfeldy 18 Years Côte Rôtie Finish

Aberfeldy 18 Years Côte Rôtie FinishAberfeldy 18 Years Côte Rôtie Finish ist ein 18 Jahre alter limitierter Single Malt Scotch Whisky der schottischen Highland Brennerei Aberfeldy. Besonders stolz ist das Traditionsunternehmen auf das einzigartige Finish. Das erhielt dieser Whisky durch seine mehrmonatige Lagerung in ehemaligen Côte-Rôtie-Fässern, die aus dem gleichnamigen Weinbaugebiet in Frankreich stammen. Das liegt wiederum im Norden der Weinbauregion Rhône, die Geburtsstätte der überaus beliebten dunklen Rebsorte Syrah – aus der Côte-Rôtie-Weine hauptsächlich bestehen. Passend zum deliziösen Inhalt, erhielt der Aberfeldy 18 Years Côte-Rôtie eine edle, dunkle Verpackung mit goldenem Aufdruck. Die wunderschöne dunkle Bernsteinfarbe dieses Single Malt Scotch Whiskys rundet die visuelle Harmonie perfekt ab.

Wie für Aberfeldy Whiskys üblich, kann man auch dieses Produkt mit einer üppigen Honigsüße charakterisieren. Das einzigartige Finish aus köstlichen Rotweinnoten vollendet das insgesamt äußerst stimmige Gesamtbild. Dazu passen auch die Anklänge roter Beeren, die sich als perfekter Partner für den Honig erweisen. Der Gaumen erinnert an klassiche englische Desserts wie Eton Mess, eine Mischung aus Baisers, (roten) Früchten und Schlagsahne. Eine Spur kandierte Zitronenzeste rundet das Profil ab. Weiche Aromen von Vanille und Butterscotch lösen die reichhaltige Süße mit Zitrusakzenten ab. Für Mixgetränke eignet sich der Aberfeldy 18 Years Côte Rôtie Finish eher weniger. Probieren Sie ihn am besten pur in einem Whisky-Tumbler.

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Wood’s 100 Old Navy Rum

Wood's 100 Old Navy RumWood’s 100 Old Navy Rum ist ein brauner Rum von William Grant & Sons Wood’s mit einem beachtlichen Alkoholgehalt. Die Herstellung erfolgt in der vermutlich einzigen hölzernen Brennblase der Welt. Der rund 250 Jahre alte Destillierapparat ist aus Greenheart gefertigt, einem einheimischen Hartholz, das komplexe Aromen hervorbringt. Das ist nicht das Einzige, was an diesem Rum alt ist: Wood’s gründete sich 1887 produziert den Rum noch heute nach dem Originalrezept. Schon damals wurde der Rum mit 57% vol. abgefüllt; erst die Matrosen an Bord durften das Getränk an Bord probieren und gegebenenfalls mit Wasser verdünnen.

Wood’s wird aus feinstem Zuckerrohr vom Demerara-Fluss hergestellt und in Guyana, Südamerika, destilliert. Mit 57 % Alkoholgehalt ist er einer der volumenstärksten dunklen Rumsorten, die es derzeit gibt, zumindest zu diesem Preis. Allzu empfindsame Gemüter sollten also besser die Finger von diesem Seemanns-Trunk lassen. Wer etwas stärkere Nerven hat, sollte aber unbedingt einen Schluck wagen.

Das Bouquet wird vor allem von Noten nach Toffee, Zimt, Gewürznelken und Pfeffer bestimmt. Reichhaltige Karamellaromen komplettieren den ersten Eindruck. Im Mund fallen als erstes Aromen nach braunem Zucker sowie die bereits aus der Nase bekannten weichen Toffeenoten und Gewürze auf. Der sanfte Charakter des Wood’s 100 Old Navy Rum täuscht ein wenig über seinen hohen Alkoholgehalt hinweg. Der mittellange Abgang stellt vor allem die intensiven, sirupartigen Toffeenoten im Vordergrund. Insgesamt lässt sich von einem sehr reichhaltigen dunklen Rum sprechen, der sich trotz seiner 57% vol. seine Sanftheit bewahrt. Er eignet sich gut für einen wilden Abend auf See (oder im Wohnzimmer), ist aber auch eine hervorragende Wahl für Cocktails.

Pepino Nuts

Pepino NutsPepino Nuts ist ein Haselnusslikör aus Dänemark, genauer aus der Kommune Fredensborg im Nordosten der Insel Seeland. Dieses Produkt ist gewissermaßen der jüngere Bruder des Pepino Peach, der schon so manchem Likörfreund den Sommerabend versüßte und der die Marke in der Welt der Spirituosen bekannt machte. Der Haselnusslikör will nun ganz nach dem Motto “„That’s Nuts – Zum Verrücktwerden lecker”“ Liebhaber von perfekt abgerundeten Bränden verzaubern.

Das gelingt ihm mühelos, und zwar durch eine einzigartige Rezeptur, die durch einen besonders hohen Anteil an Haselnuss-Destillat mit 32,5% vol. den nussigen Geschmack bester Haselnüsse in den Vordergrund stellt. Ausschlaggebend ist aber auch die Kombination mit einer Spur Apfel und einem honigsüßen Touch, die den Gesamteindruck perfekt abrundet. Auch durch seinen intensiven Duft macht er sich schnell beliebt. Da nicht nur Haselnuss-Destillate wieder beliebter werden, sondern unkomplizierte Shots ohnehin zu jeder gelungenen Party gehören, liegt Pepino Nuts absolut im Trend. Allerdings sollten Sie darauf achten, den Likör immer gut gekühlt zu servieren. Auch für Cocktails und andere Drinks ist Pepino Nuts aus der 0,7 Liter Flasche durchaus geeignet.

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Unser Tipp

Sie haben eine angebrochene Flasche und wissen nicht wohin damit? Verwerten Sie den Rest einfach in einem Cocktail. Doch Obacht: Nicht jeder Tropfen eignet sich dafür. Scotch ist zum Beispiel eher schwierig, aufgrund des Torfrauchs. Natürlich ist das eine reine Geschmackssache, einige mögen genau diese Note in ihrem Cocktail. Mit einem irischen Whisky, einem weichen Highlander oder einem Bourbon können Sie aber nichts falsch machen.

Versuchen Sie es zum Beispiel mit einem Bourbon-Cocktail:

Auf unserem YouTube-Kanal, der Schüttelschule, finden Sie zahlreiche weitere Videoanleitungen zu allen möglichen Cocktails und Longdrinks.



Hoffentlich konnten wir mit diesem Blogbeitrag einige offene Fragen klären. Falls Sie das Thema Haltbarkeit und richtige Lagerung interessiert, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel Wein richtig lagern. Auch der Beitrag Weine aus dem Piemont – unterirdisch gelagert, überirdisch gut ist themenverwandt.

Alle hier vorgestellten Artikel sowie zahlreiche mehr finden Sie in unserem Onlineshop. Sie haben doch noch weitere Fragen? Innerhalb unserer Geschäftszeiten stehen wir Ihnen gern telefonisch unter 0201 24771 0 oder per Mail an info@banneke.de zur Verfügung. Gerne begrüßen wir Sie auch in unserem Geschäft in der Kreuzeskirchstraße 37 in Essen.

Bis dahin verbleiben wir mit einem herzlichen

CHEERS!

Ihr Banneke-Team

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